Drei Ärzte in Liberia erhalten Ebola-Testserum

Heilpraxisnet

In Liberia werden drei Ärzte mit Ebola-Testserum behandelt

17.08.2014

Über 1.100 Menschenleben hat die Ebola-Epidemie in Westafrika bereits gefordert. Einen Impfstoff gegen die gefährliche Infektionskrankheit gibt es nicht. Im Kampf gegen die Seuche wurde in Liberia nun erstmals ein kaum erprobtes Medikament eingesetzt. Drei afrikanische Ärzte erhielten das Testserum.


Erstmals erhalten Afrikaner das Testserum
Im Kampf gegen die in Westafrika grassierende Ebola-Epidemie hat Liberia erstmals jenes kaum erprobte Medikament eingesetzt, mit dem zuvor auch ein Spanier und zwei US-Patienten behandelt wurden. Wie Mediziner in der Hauptstadt Monrovia am Samstag laut Presseberichten mitteilten, erhielten zwei einheimische Ärzte sowie ein Arzt aus Nigeria seit Donnerstag das Testserum der US-Biotechfirma Mapp. Die Mediziner sind die ersten Afrikaner die das Mittel bekommen.

Nur zehn bis zwölf Dosen vorhanden
Bislang wurden mit dem Serum nur zwei US-amerikanische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sowie ein spanischer Priester behandelt. Die drei Patienten hatten sich ebenfalls in liberianischen Krankenhäusern an der oft tödlichen Infektionskrankheit angesteckt. Seitdem hat sich der Zustand der beiden US-Amerikaner gebessert, der 75-jährige Spanier hingegen starb. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es derzeit lediglich zehn bis zwölf Dosen des US-Serums. Ein zugelassenes Ebola-Heilmittel gibt es bisher nicht. Zudem wurde bis heute kein Impfstoff oder Medikament gegen Ebola in größerem Umfang am Menschen getestet.

Über 2100 Ebola-Fälle
Die WHO hat angesichts des Ausmaßes der Seuche in Westafrika den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen und sich für den Einsatz noch kaum erprobter Wirkstoffe ausgesprochen. Liberia ist von der bisher schwersten Ebola-Epidemie aller Zeiten mit bislang 413 Toten am stärksten betroffen. Insgesamt waren bis zum 13. August in den betroffenen Ländern Liberia, Guinea, Sierra Leone und Nigeria 2.127 bestätigte und Verdachtsfälle sowie 1.145 Todesfälle erfasst worden. Allerdings gehen viele Experten von noch höheren Zahlen aus.

Angst vor Ebola wird immer dramatischer
In zahlreichen Ländern nimmt die Angst vor der Krankheit immer dramatischere Ausmaße an. So wurde erst kürzlich gemeldet: „Nigeria: Krankenhauspersonal flieht vor Ebola“. Im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas stehen Presseberichten zufolge 169 Menschen wegen Ebola-Verdachts unter Beobachtung, etwa weil sie typische Ebola-Symptome zeigten. In den letzten Tagen waren immer mehr Ärzte und Pfleger aus Furcht vor einer Infizierung aus den Krankenhäusern geflüchtet. Einem Bericht der nigerianischen Tageszeitung „Punch“ zufolge würden die Ebola-Kranken „komplett verlassen“.

Einreiseverbot in Kenia
Große Sorgen macht man sich auch in Kenia. Dort hat das Gesundheitsministerium ein Einreiseverbot ausgesprochen für Menschen aus den von der Ebola-Epidemie betroffenen westafrikanischen Ländern. Wie das Ministerium nach Presseberichten am Samstag mitteilte, solle die Regelung ab Dienstag gelten. Vor allem gehe es dabei um Fluggäste aus Sierra Leone, Liberia und Guinea, die einreisen wollten. Ebenfalls ab Dienstag will die Fluggesellschaft Kenya Airways ihre Flüge nach Liberia und Sierra Leone aussetzen. Die WHO habe erst vor wenigen Tagen erklärt, dass in Kenia ihrer Auffassung nach ein erhöhtes Risiko für das Übergreifen der Ebola-Epidemie aus Westafrika bestehe. Der Flughafen der Hauptstadt Nairobi gilt als wichtiges Drehkreuz im afrikanischen Luftverkehr. (ad)

Bild: Andrea Damm / pixelio.de