Drei Tassen Kaffee am Tag können Demenz-Risiko stark reduzieren

Alfred Domke
Täglich drei Tassen Kaffee sollen vor Alzheimer schützen
Die Zahl der Demenzkranken steigt immer weiter. Allein in Deutschland leiden rund 1,5 Millionen Menschen an Demenz, die meisten von ihnen haben Alzheimer. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass das Risiko, daran zu erkranken, durch den Konsum von Kaffee reduziert werden kann.

Kaffee ist gesünder als angenommen
Kaffee galt zwar lange als gesundheitsschädigend, doch heute weiß man, dass das beliebte Heißgetränk gesünder ist, als die meisten Menschen glauben. Er kann gut fürs Herz sein und auch Arterienverkalkung vorbeugen. Zudem kann Kaffee laut wissenschaftlichen Untersuchungen das Darmkrebs-Risiko reduzieren. Und nun haben Wissenschaftler herausgefunden, dass der Konsum von Kaffee auch das Demenz-Risiko mindern kann.

Laut einer aktuellen Untersuchung kann ein moderater Kaffeekonsum die Demenz-Gefahr mindern. Drei bis fünf Tassen am Tag führen demnach zu einer Reduzierung des Risikos um bis zu 27 Prozent. (Bild: ZoomTeam/fotolia.com)
Laut einer aktuellen Untersuchung kann ein moderater Kaffeekonsum die Demenz-Gefahr mindern. Drei bis fünf Tassen am Tag führen demnach zu einer Reduzierung des Risikos um bis zu 27 Prozent. (Bild: ZoomTeam/fotolia.com)

Drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag
Laut einem Report des internationalen „Institute for Scientific Information on Coffee“ (ISIC) hat moderater Kaffeekonsum einen Einfluss darauf, den kognitiven Verfall aufzuhalten.

Kaffee steckt voller Antioxidantien, die das Risiko reduzieren sollen, an Typ-2-Diabetes zu erkranken oder eine Leberkrankheit zu entwickeln. Sie sollen aber auch vor Alzheimer schützen.

Der aktuellen Untersuchung zufolge wird das Risiko, an Demenz zu erkranken, durch den Konsum von drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag um bis zu 27 Prozent gesenkt.

Kognitiven Verfall bremsen
„Gesundheitsexperten spielen eine wichtige Rolle dabei, ihre Patienten mit genauen Informationen, basierend auf dem aktuellsten Stand der Forschung, zu versorgen – damit diese einen gesunden Ernährungs- und Lebensstil verfolgen und damit den altersbedingten, kognitiven Verschleiß bremsen können, erklärte Professor Rodrigo Cunha von der Universität von Coimbra in Portugal.

„Ein moderater Kaffeegenuss könnte dabei eine bedeutende Rolle spielen, was sich wiederum in den Ausgaben der Gesundheitssysteme in Europa widerspiegeln würde“, so der Experte.

Eine Tasse Kaffee enthält normalerweise etwa 75 bis 100 Milligramm Koffein. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (englisch: European Food Safety Authority, EFSA) empfiehlt gesunden Menschen, nicht mehr als 400 Milligramm Koffein am Tag zu sich zu nehmen.

Wo Koffein im Gehirn wirkt
Dass Koffein in Kaffee gegen Alzheimer wirken kann, hat sich auch schon in früheren Untersuchungen gezeigt. So berichteten Wissenschaftler vor kurzem über eine Studie derzufolge Kaffeekonsum das Risiko für Demenz bei Frauen senken kann.

Forscher des deutschen Forschungszentrums Jülich haben schon vor Jahren herausgefunden, „dass Koffein in genau den Gehirnregionen wirkt, die auch bei der Alzheimer-Krankheit betroffen sind“, wie Prof. Dr. Andreas Bauer vom Institut für Neurowissenschaften und Medizin damals erklärte. (ad)