DRK: Mangel an jungen Blutspendern

Heilpraxisnet

Mangel an jungen Blutspendern

09.06.2014

Der Blutspendedienst Nord-Ost des deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat vor einem bevorstehenden Mangel an Blutspendern unter 40 Jahren gewarnt. Der Verbrauch von Blutkonserven ist bundesweit jedoch rückläufig. Das wird mit einem sparsameren Umgang mit den Konserven in Verbindung gebracht.

Mangel an Blutspendern unter 40 Jahren

Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa hat der Blutspendedienst Nord-Ost des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vor einem bevorstehenden Mangel an Blutspendern unter 40 Jahren gewarnt. „Dabei steigt mit dem demografischen Wandel die Zahl älterer Menschen, die potenziell Blutkonserven brauchen“, so eine Sprecherin im Vorfeld des Weltblutspendetages am 14. Juni. Der Bedarf sei gerade in größeren Kliniken wie in Potsdam konstant hoch. Den Angaben zufolge gab es 2013 beim DRK in Brandenburg 120.000 Blutspenden.

Verbrauch von Blutkonserven rückläufig

In Deutschland ist der Verbrauch von Blutkonserven jedoch rückläufig. „In Brandenburg macht sich das noch wenig bemerkbar“, erklärte die DRK-Sprecherin. Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zufolge geht der Bedarf bundesweit seit zwei Jahren zurück. „Vor allem bei geplanten Eingriffen können Ärzte heute im Vorfeld alternative Maßnahmen ergreifen“, erklärte Friedrich-Ernst Düppe vom Blutspendedienst West DRK. Beispielsweise werden Patienten vor OPs auf Blutarmut getestet und erst operiert, wenn ein Mangel beseitigt ist. Auch wenn intensiveres Kostenbewusstsein für den Bedarfsrückgang mitverantwortlich gemacht wird, geht es nicht nur um Geld. So fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits seit Jahren einen bewussten Umgang mit Blutkonserven. Unter anderem sollen dadurch Patienten Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen erspart werden, die mit Transfusionen fremden Blutes einhergehen können.

Von signifikantem Einbruch kann keine Rede sein

Beim privaten Blutspendedienst Haema heißt es, dass generell von einem signifikanten Einbruch der Nachfrage keine Rede sein könne. Und auch die DRK-Experten sind überzeugt, dass die Nachfrage in Zukunft wieder anziehen werde. Eine Sprecherin des DRK Blutspendedienstes Nord-Ost betonte, dass bestimmte Patienten ohne Blutspende nicht überleben könnten. Beispielsweise brauchen Krebspatienten unverändert viele Transfusionen, etwa ein Fünftel der Spenden werden laut DRK für sie verwendet.

„Danke für das uneigennützige Geschenk“

Unter dem Motto „Danke für das uneigennützige Geschenk“ findet am 14. Juni der Weltblutspendetag statt. Für Erstspender gilt, dass sie zwischen 18 und 65 Jahre alt und gesund sein sollten. Die Spendewilligen müssen auf einem sogenannten Anamneseblatt einige Fragen beantworten, wie etwa zu möglichen vorausgegangenen Aufenthalten in den Tropen. Wenn der Arzt im anschließenden schnellen Gesundheitscheck, der unter anderem Blutdruckmessen beinhaltet, nichts auszusetzen hat, kann die eigentliche Spende erfolgen. Da das Spenderblut nur einem sehr geringen Anteil des gesamten Körpervolumens entspricht, wird es vom Organismus wieder ersetzt. Schon nach einem Tag sind weiße Blutkörperchen wieder regeneriert, bei den roten Blutkörperchen dauert es ein paar Tage länger. Der Kreislauf des Spenders hat sich jedoch bereits nach rund einer halben Stunde erholt. (ad)

Bild: Herbert Käfer / pixelio.de