Drogenbeauftragte fordert Verbot von E-Zigaretten

Sebastian

Drogenbeauftragte der Bundesregierung für Verbot von E-Zigaretten

13.03.2012

Mechthild Dyckmans (FDP), Drogenbeauftragte der schwarz-gelben Bundesregierung, hat sich für ein Deutschlandweites Verbot des Handels von elektrischen Zigaretten (sog. E-Zigaretten) ausgesprochen. Sie stützte damit die Position der NRW-Gesundheitsministerin Steffens.

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In der Debatte um den Handel und Verkauf von E-Zigaretten unterstützte Dyckmans die Position der Nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne). Die Landesministerin hatte den Handel im E-Zigaretten in NRW verboten. In einem Interview mit „Der Westen“ äußerte die Drogenbeauftragte, sie „befürchte, dass Jugendliche durch die E-Zigarette angezogen werden, wenn sie ihnen als vermeintlich gesunde Alternative angeboten wird.“ Die elektrischen Geräte mit Nikotin könnten zum Raucheinstieg führen. Die Bundesregierung habe Liquids mit Nikotin bereits als „Arzneimittel“ eingestuft. Die Einstufung solle „eine Signalwirkung“ für alle Bundesländer sein.

Dyckmans hält die elektrischen Geräte aus „gesundheitlicher Sicht für bedenklich“. Das sei ganz besonders dann der Fall, wenn mit den Produkten „Nikotin inhaliert“ würde. Außerdem seien in den Liquids zahlreiche unbekannte Inhaltsstoffe enthalten, die ein Gesundheitsrisiko auslösen könnten. „Deshalb warnen wir vor dem Konsum der E-Zigarette.“, so die FDP-Politikerin.

Auch in der EU wird das Thema kritisch beäugt. Die beauftragte EU-Kommission sieht die E-Zigarette als „sehr kritisch“ an. „Die ersten Reaktionen aus Brüssel gehen dahin, dass man die E-Zigarette für ähnlich gefährlich einstuft wie die herkömmliche Zigarette.“

Das Argument, die E-Zigarette könne bei der Rauchentwöhnung helfen, ließ Dyckmans nicht gelten. Als Mittel zur Entwöhnung sei die E-Zigarette ihrer Meinung nach nicht geeignet. Der Organismus wird wie vorher mit Nikotin geschädigt, zumindest wenn die Behältnisse zum Verdampfen Nikotin enthalten. Es gebe sehr gute Angebote um einen Rauchstopp einzulegen. Alternativ schlägt die Drogenbeauftragte vor, sich an Ärzte, Psychologen oder Volkshochschulen zu wenden, die spezielle Angebote zur Rauchentwöhnung anbieten. Viele Kurse und Seminare werden auch von den Krankenkassen bezahlt.

Nach letzten Schätzungen konsumieren rund zwei Millionen Menschen in Deutschland mehr oder weniger regelmäßig die E-Zigarette. In vielen Foren berichten zahlreiche Nutzer, durch das „Dampfen“ den Konsum von konventionellen Glimmstängeln eingestellt zu haben. Andere meinen, mindestens nunmehr weniger zu rauchen. Anfang März wurden nach Angaben des Verbands der E-Zigaretten-Anbieter (VdeH) rund 30 Wohnungen und Büros von Händlern durchsucht. Zuvor wurden große Mengen Liquids aus China am Frankfurter Flughafen beschlagnahmt. (sb)