Drogenbeauftragte warnt vor Medienabhängigkeit

Fabian Peters

Bundesdrogenbeauftragte: Mehr als eine halbe Millionen Deutsche leiden an Internetsucht

08.10.2012

Die exzessive Internetnutzung wird bei immer mehr Menschen in Deutschland zu einer Sucht. Die Bundesdrogenbeauftragte hat daher in einer aktuellen Pressemitteilung vor der zunehmenden Medienabhängigkeit gewarnt. Auf der morgigen Jahrestagung der Drogenbeauftragten wird die „Exzessive und pathologische Computerspiel- und Internetnutzung“ den Themenschwerpunkt bilden.

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Der Reiz von Sozialen Netzwerken, Online-Spielen und Cybersex ist für viele Menschen schlichtweg zu groß. Laut „einer ersten repräsentativen Studie gelten in der Altersgruppe der 14 – 64 Jährigen schätzungsweise 560.000 Menschen in Deutschland als internetabhängig – mit weitreichenden sozialen und gesundheitlichen Folgen“, berichte die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans. Die Medienabhängigkeit macht sich laut Aussage der Experten zum Beispiel in einer Vernachlässigung der soziale Kontakte, der Körperpflege, Ernährung und Gesundheit bemerkbar. Bei entsprechenden Hinweisen sollte therapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden, denn selber sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage ihre Mediennutzung zu kontrollieren.

Exzessive, pathologische Computerspiel- und Internetnutzung
Das Internet ist heute ein fester Bestandteil im beruflichen und privaten Leben, doch während die „meisten Menschen von den Vorzügen des Internets profitieren, zeigen manche ein exzessives Nutzungsverhalten, aus dem sie ohne fremde Hilfe nur schwer wieder herausfinden“, so die Mitteilung der Bundesdrogenbeauftragten. Dyckmans will die diesjährige Jahrestagung nutzen, um ausführlich über „die aktuellen Entwicklungen und Erkenntnisse zur exzessiven und pathologischen Computerspiel- und Internetnutzung“ zu informieren. Dabei sollen auch die Möglichkeiten der Prävention, Beratung und Behandlung erörtert werden. Beratungsstellen und andere Initiativen haben die Gelegenheit ihre erfolgreichen Ansätze dem interessierten Fachpublikum vorzustellen. Doch auch die positiven Möglichkeiten, die das Internet für die Präventions- und Beratungsarbeit bietet , sollen diskutiert werden. „Die Ergebnisse der Tagung werden in meine politische Arbeit einfließen“, erklärte die Bundesdrogenbeauftragte. (fp)