Studie: Höheres Herzinfarkt-Risiko zur WM

Heilpraxisnet

Fußball-Weltmeisterschaft als Ursache für eine Herzinfarkt

28.05.2014

Gesundheitsrisiko Fußball-Weltmeisterschaft? Die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes steigt laut Angaben der Deutschen Herzstiftung im Zuge von Fußball-Weltmeisterschaften deutlich an. Millionen Fußballfans weltweit werden während der WM mitfiebern und dabei ihr Herz-Kreislauf-System erhöhten Belastungen aussetzen.

Für herzkranken Menschen kann der emotionale Stress bei spannenden Fußballspielen in „eine lebensbedrohliche Situation umschlagen“, berichtet die Deutsche Herzstiftung. „Im schlimmsten Fall führt er zum Herzinfarkt oder zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen“, wie eine Untersuchungen bei 4.279 Patienten im Raum München während der Fußball-WM 2006 in Deutschland gezeigt habe. Die Studie unter der Leitung . Dr. med. Ute Wilbert-Lampen von der Ludwig-Maximilians-Universität München habe ergeben, dass sich die Zahl der Herzinfarkte „während der WM an den sieben Spieltagen der deutschen Elf deutlich erhöhte.“

Blutdruck und Puls steigen
Insbesondere Patienten mit einer bekannten koronaren Herzkrankheit (KHK) waren im Rahmen der Fußball-WM 2006 verstärkt gefährdet. Insgesamt sei „an den Spieltagen der Nationalelf mehr als doppelt so häufig ein Herznotfall“ aufgetreten und bei Patienten mit bekannter Vorerkrankungen (koronare Herzkrankheit) war die Anzahl der Herznotfälle viermal höher als in der Kontrollgruppe, berichtet die Deutsche Herzstiftung. Allgemein steigen bei aufregenden Spielszenen der Blutdruck und Puls, was allerdings nicht für alle Fußball-Fans ein Problem darstellt. Zwar zeigen auch gesunde Menschen zum Beispiel bei einem dramatischen Elfmeterschießen entsprechende Symptome, doch bringen diese keine weiteren körperlichen Beschwerden mit sich. „Ein Mensch mit einem gesunden Herz kann alleine durch die Aufregung beim Anschauen eines Fußballspiels normalerweise weder einen Herzinfarkt noch einen plötzlichen Herztod erleiden, auch wenn das Spiel noch so spannend ist”, betonte Professor Dr. med. Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Vermehrt Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkte
Allerdings kann der emotionale Stress laut Angaben der Deutschen Herzstiftung „bei bestimmten Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems schnell zu Herzrhythmusstörungen oder anderen Herzproblemen– in Extremfällen sogar zum Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod“ führen. Beispielsweise drohe den KHK-Patienten bei starkem Blutdruck-Anstieg und Ausschüttung von Stresshormonen die Bildung von kleinen Einrissen an den vorgeschädigten Gefäßwänden. Es folge die Bildung von Blutgerinnseln, die ihrerseits zur Verstopfung der Herzkranzgefäße führen und auf diese Weise einen Herzinfarkt verursachen können. Des Weiteren seien Herzrhythmusstörungen möglich, die bei einer mangelnden Blutversorgung des Herzmuskels auftreten können und im Extremfall zu tödlichem Kammerflimmern führen.

Vorsichtsmaßnahmen zur WM ergreifen
Um das Risiko eine Herznotfalls während der Fußball-WM zu minimieren, rät die Deutsche Herzstiftung zu verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen. Hierzu zählt unter anderem auch eine Überprüfung der aktuellen Medikation durch den Arzt. Professor Meinertz empfiehlt, gegebenenfalls „vor dem Spiel die Betablocker-Dosis zu erhöhen und bei akut einsetzender Angina pectoris frühzeitig Nitrospray zu nehmen.“ Auch könnten Patienten, die im Zuge von emotionalem Stress vermehrt mit körperlichen Stresssymptomen in Form einer Angina pectoris reagieren, vorbeugend Isosorbiddinitrat lutschen. „Dessen Wirkung hält bis zu vier Stunden an“, so Meinertz weiter. Ausnahmsweise sei „bei sehr unruhigen und erregten Patienten“ auch über die vorbeugende Einnahme eines Beruhigungsmittels nachzudenken.

Die Fußball-WM als Gesundheitsrisiko
Aus naturheilkundliche Sicht bieten sich zur Stressbewältigung während der Fußball -WM Entspannungstechniken wie Autogenes Training und die Progressive Muskelrelaxation an. Allerdings ist die WM auch unter anderen Gesichtspunkten oftmals eine Herausforderung für den Körper. Viele Fußball-Fans zeigen während der WM einen deutlich erhöhten Alkoholkonsum und mit den Snacks zum Spiel eine vermehrt Fettaufnahme. Auch neigen Raucher angesichts der Anspannung oftmals zu einem erhöhten Zigarettenkonsum. Letztendlich birgt der Start der Fußball-WM am 12. Juni daher einige Gesundheitsrisiken, wobei die möglichen Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkte jedoch als gravierendste Gesundheitsgefahr zu bewerten sind. (fp)

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