Dungkäfer führte zur Listerien Käse-Verseuchung

Heilpraxisnet

Dungkäfer führte wahrscheinlich zur Verseuchung der Harzer Käse-Sorten

Die Listerien Verseuchung der Harzer-Käse Sorten "Reinhardshof, Harzer Käse" und "Reinhardshof, Bauernhandkäse mit Edelschimmel" kam nach Angaben des Herstellers Prolactal durch einen betriebsinternen Fehler zustande. Die Supermarktkette "Lidl" hatte schon in der Vergangenheit zwei Käsesorten aus dem Verkehr gezogen, da in einzelnen untersuchten Proben eine erhöhte Konzentration von Listerien entdeckt worden war. Die Listeria-Bakterien verursachen die Infektionskrankheit Listeriose. Der österreichische Hersteller Prolactal, Hartberg, belieferte mehrere Handelsunternehmen, davon Lidl Deutschland, sowie Filialen anderer Handelsunternehmen in Österreich. Vom Rückruf sind neben den bei Lidl Deutschland in der Vergangenheit erhältlichen Artikeln „Reinhardshof, Harzer Käse 200g“ und „Reinhardshof, Bauernkäse mit Edelschimmel, 200g“ auch weitere Käsesorten und Marken in Österreich betroffen. Diese sind unter www.prolactal.at aufgelistet.

In Österreich sind fünf Personen gestorben, bei denen nach Auskunft der zuständigen Behörden der Zusammenhang zwischen der Listerieninfektion und dem Verzehr des Harzer Käses von Prolactal naheliegt. Lidl kommt hier als Einkaufsstätte nicht in Frage. Die Supermarktkette Lidl: "Wir sind von der zuständigen Behörde informiert worden, dass drei Todesfälle in Deutschland auf den Harzer Käse von Prolactal zurückzuführen sind".

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Wie die Firma Prolactal mitteilte, wurde als Überträger der Listeria-Bakterien der Dungkäfer ermittelt. Dungkäfer wären bei ersten Listeriennachweisen im Herbst 2009 auf UV-Insekten-Fallen und auf Klebefolien entdeckt worden. Die Käfer seien trotz engmaschiger Fliegengitter durch ein Fenster in die Fertigung gelangt, so eine Mitteilung des Unternehmens. Die Schutzkulturen hätten gegen die Ausbreitung der Bakterien helfen können, allerdings sei dieser Schutz durch das versehentliche Austauschen der Kulturen weggefallen. Die Schutzkulturen bei der Käseproduktion sind gesetzlich erlaubte Konservierungsmittel in Herstellung von Käse.

Die Staatsanwaltschaft im österreichischen Graz ermittelt gegen den Produzenten der Käsesorten "Reinhardshof". Der Anfangsverdacht gegen das Unternehmen Prolactal aus der Oststeiermark lautet "fahrlässige Tötung". (sb, 01.03.2010)