Durch Migräne außer Gefecht gesetzt: Patienten leiden vor allem im Alltag

Fabian Peters
Außer Gefecht gesetzt: Wenn Migräne den Alltag einschränkt
Die Beschwerden, die Betroffene bei einer Migräneattacke erleiden, sind oft kaum auszuhalten: Pochende Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen. Die neurologische Erkrankung ist zwar nicht heilbar – Hilfe gibt es aber schon.

Mehrere Migräneanfälle im Monat
Rund jeder zehnte Deutsche leidet an Migräne. Die Erkrankung kann den Alltag Betroffener erheblich einschränken; viele sind bei einem Anfall regelrecht „ausgeschaltet“. Typisch sind pochende, hämmernde und einseitige Kopfschmerzen. Häufig kommen weitere Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Schwindel sowie Appetitlosigkeit hinzu. Zudem sind viele Betroffene geräusch- und lichtempfindlich. Manche meinen, bei einer Migräneattacke werde Licht zur Folter. Die Beschwerden können zwischen einigen Stunden und drei Tagen anhalten. Manche Patienten bekommen jeden Monat mehrere Schmerzattacken. Darauf weist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen auf seiner Patienteninformationsseite hin.

Migräne kann sehr plötzlich zum Beispiel aif der Arbeit einsetzen und im Alltag zu einer erheblichen Belastung werden (Bild: hikdaigaku86/fotolia.com)
Migräne kann sehr plötzlich zum Beispiel aif der Arbeit einsetzen und im Alltag zu einer erheblichen Belastung werden (Bild: hikdaigaku86/fotolia.com)

Angst vor der nächsten Attacke
Ausgelöst werden kann Migräne unter anderem durch schlechtes Wetter, wie Experten erst vor kurzem berichteten. Die Schmerzattacken kosten allgemein viel Kraft. Häufig können Betroffene während eines Anfalls ihren üblichen Tätigkeiten bei der Arbeit oder zu Hause nicht mehr nachgehen. Dem Portal „gesundheitsinformation.de“ zufolge kommt erschwerend hinzu, dass Patienten oft Angst vor neuen Anfällen haben. Zudem macht vielen Betroffenen die Sorge, wie sich die Migräne auf das persönliche Umfeld oder den Beruf auswirkt, zu schaffen.

Hilfe bei Migräne
Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, können diejenigen, die aus Furcht vor einem Migräneanfall Unternehmungen meiden, die ihnen eigentlich Spaß machen, versuchen, mit einer kognitiven Verhaltenstherapie gegenzusteuern. Viele Patienten können ihre Beschwerden durch Hausmittel gegen Migräne in den Griff bekommen. Zu nennen sind hier unter anderem ein regelmäßiger Tagesablauf, genügend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Yoga oder Tai Chi sowie eine ausgewogene Ernährung, die auf basische Lebensmittel setzt. Auf den Stressabbau sollte großer Wert gelegt werden. Hilfe und Beratung können Betroffene auch in Selbsthilfegruppen finden. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft bietet eine Auswahl an Angeboten.

Vorsicht bei längerer Medikamenteneinnahme
Während einer Attacke sollte man zunächst seinem Gefühl folgen und das tun, was einem guttut. In der Regel heißt das, sich in einen ruhigen, dunklen Raum legen oder den Kopf kühlen. Zwar können manche rezeptfreie Schmerzmittel Linderung bringen, doch bei manchen helfen die nicht. Dann können Triptane infrage kommen, deren Einnahme jedoch mit einem Arzt abgestimmt werden sollte. Bei der Häufigkeit der Einnahme ist aber Vorsicht geboten. Dauerhaft führen Migräne-Schmerzmittel zu mehr Anfällen. Solche Medikamente sollten höchstens zehn Tage im Monat genommen werden. (ad)