Durst-Mythos: So viel Wasser müssen wir trinken

Sebastian
Dass der menschliche Körper ausreichend Flüssigkeit braucht, um gesund zu bleiben, ist keine Frage. Umstritten ist jedoch, wie viel man wirklich am Tag trinken soll: Reicht ein Liter oder müssen es drei sein und kann man die richtige Menge auch auf einmal trinken? Experten erklären was an Mythen über den Durst dran ist.

Flüssigkeitsverlust führt zu körperlichen und geistigen Beschwerden
Über die Frage, wie viel Wasser pro Tag wirklich gesund ist, streiten sich Experten und Laien schon seit langem. Bekannt ist, dass Flüssigkeitsverlust zu körperlichen und geistigen Beschwerden führen kann. So stellen sich bei Betroffenen unter anderem Konzentrationsstörungen, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Verstopfung ein. Aber ab wann ist die Flüssigkeitsmenge wirklich zu gering? Kann man auch zu viel trinken? Darf man die empfohlene Menge auf einmal trinken?

Mythos um den Durst: Wie viel sollten wir trinken? Bild: Hyrma/fotolia
Mythos um den Durst: Wie viel sollten wir trinken? Bild: Hyrma/fotolia

Zweieinhalb Liter Flüssigkeitsverlust am Tag ausgleichen
„Die absolute Untergrenze liegt bei einem Liter täglich“, erklärte Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Tablet-Magazin der „Apotheken Umschau elixier“. Anderen Experten zufolge scheidet der Mensch durch Schwitzen und Stoffwechselvorgänge etwa 2,5 Liter Wasser pro Tag aus. Um den Verlust auszugleichen, sollte ein Erwachsener etwa eineinhalb Liter täglich trinken. Die restliche Flüssigkeitsmenge wird mit der Nahrung aufgenommen. Bei Hitze und damit verstärkter Transpiration dürfen es auch ruhig drei Liter oder mehr sein.

Nicht alles auf einmal trinken
Die empfohlene Menge schnell morgens zu trinken, um sich dann keine weiteren Gedanken mehr machen zu müssen, wäre jedoch falsch. Insbesondere bei heißen Temperaturen, beim Sport oder körperlicher Arbeit gilt die Devise, nicht alles auf einmal zu trinken. Denn sonst besteht die Gefahr, dass der Natriumgehalt im Blut vorübergehend stark absinken könnte. Zudem könne das Kurzzeitgedächtnis durch eine mehrstündige Flüssigkeits-Abstinenz beeinträchtigt werden. Silke Restemeyer rät daher, dass man bei Aufgaben, die hohe Konzentration erfordern, immer eine Flasche Wasser griffbereit haben sollte. Zu bedenken ist außerdem, dass es auch möglich ist, zu viel zu trinken. So sollten laut Medizinern besonders Herz-, Nieren- und Leberpatienten vorsichtig sein, da die geschwächten Organe mit zu viel Wasser überfordert seien. Betroffene sollten unbedingt mit ihrem Arzt abklären, welche Menge sie am Tag zu sich nehmen sollen.

Warme Getränke erfrischen besser
Gerade jetzt im Sommer erfrischen sich viele mit kalten Getränken. Diese scheinen den Durst auch am schnellsten zu löschen, doch tatsächlich lassen sie nur das Durstgefühl abklingen. Bei warmen Getränken ist nicht nur der Kühleffekt erwiesenermaßen stärker, sondern man vermeidet auch Magenprobleme, die sich bei kalten Getränken einstellen können. Auf Koffein- und alkoholhaltige sowie zuckerhaltige Getränke sollte eher verzichtet werden. Ideal zum Durstlöschen sind Mineral- und Trinkwasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees und Fruchtsaftschorlen.

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Auf das eigene Durstgefühl achten
Interessant für Sportler ist zudem, dass Studien zeigten, dass sich Puls und Blutdruck bei kurzen Trinkintervallen schneller wieder normalisieren. Wissenschaftlich belegt ist auch, dass der menschliche Körper pro Stunde maximal einen Liter Flüssigkeit verarbeiten kann. Die Aufnahme sollte daher in kleinen Portionen und Schlucken erfolgen. Im Zweifelsfall ist das eigene Durstgefühl der beste Richtwert und kann verlässlich vor Flüssigkeitsmangel schützen, erklärte DGE-Expertin Restemeyer. Wenn dieses allerdings allzu stark wird, sollte man besser einen Arzt aufsuchen, denn es könnte auch ein Symptom für einen Diabetes sein. (ad)