E-Zigaretten eignen sich nicht als Entzugsmittel

Heilpraxisnet

Untersuchungen zeigen schädliche Substanzen im Dampfgemisch

21.10.2014

Dampfen statt Qualmen? Trotz dass der erste Ansturm auf elektronische Zigaretten bereits vorüber ist, steigt der weltweite Konsum immer noch an. Immer mehr Menschen greifen zur sogenannten E-Zigarette. Geschuldet ist dieser Trend sicher der immer mehr verbreiteten Einsicht, dass "richtiges" Rauchen die Lebensqualität verschlechtert und das Leben verkürzt. Aber auch das Inhalieren des Dampfgemisches einer E-Zigarette ist ungesund. Darauf weist das HNOnet NRW, ein Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte hin.

„Von Appetitzüglern über Potenzmittel bis zu den diversen Aroma-Zusätzen fanden Chemiker in Untersuchungen bereits Stoffe, die eher in den Giftschrank als in ein Inhalationsgemisch gehören“, bekräftigt Dr. Uso Walter, Vorstandsvorsitzender des HNOnet-NRW. „Auch der Suchtfaktor darf nicht unterschätzt werden.“ Einige Kritiker befürchten, dass die frei erhältliche E-Zigarette als Einstiegsdroge für Jugendliche dient. Als Entzugsmittel eignet die E-Zigarette ebenfalls nur bedingt. Erste Studien zeigen, dass die E-Zigaretten herkömmlichen Nikotinpflastern nicht überlegen waren, selbst aber abhängig machen. Zudem enthalten die elektronischen Glimmstängel Nikotin in unkalkulierbarer Dosierung. „Das liegt an dem Verdampfungsprozess innerhalb der Zigarette. Man weiß also nie, was genau man gerade raucht“, meint Dr. Walter. Ob die Alternative zum Tabakrauch gesünder ist, wird sich erst 10 bis 15 Jahren zeigen, wenn Ergebnisse von Langzeit-Vergleichen zwischen Rauchern und Dampfern vorliegen.

Für Raucher, die ernsthaft ihrem Laster entkommen wollen, hat das HNOnet NRW ein interaktives medizinisches Raucherentwöhnungsprogramm namens eQuit entwickelt. Es basiert auf aktuellen Forschungsergebnissen und unterstützt Patienten mit maßgeschneiderten Therapieplänen während des schwieriges Prozesses. Mit Hilfe eines Kohlenmonoxid-Tests ermitteln HNO-Ärzte beispielsweise im Vorfeld den Abhängigkeitsgrad von Patienten und überprüfen ihre Motivation, mit dem Rauchen aufzuhören. So gewonnene Erkenntnisse dienen als Grundlage für individuelle Maßnahmen. Um das Rauchverlangen zu minimieren, reicht dabei die Spanne von medikamentöser Unterstützung bis hin zu Akupunktur. So gewappnet, können Patienten mit klassischen Rückfallsituationen besser umgehen und standhaft bleiben. Denn am gesündesten ist ein Leben ohne Dampf und Qualm. (pm)

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