E-Zigaretten erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Potenzstörungen

Nina Reese
Elektrische Zigaretten gelten bei vielen Rauchern als gesündere Alternative zum normalen Tabak. Doch auch E-Zigaretten sind offenbar alles andere als unschädlich. Aktuelle Studien zeigen, dass die Nutzung zu Gefäßerkrankungen, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann. Bei Männern kann das „Dampfen“ sogar Potenzprobleme auslösen.

Diskussionen um Gesundheitsgefahr durchs Dampfen
Schon seit längerem diskutieren Experten über die Vor- und Nachteile von E-Zigaretten. Viele Raucher nutzen diese, in der Hoffnung, dadurch der eigenen Gesundheit weniger zu schaden. Doch so harmlos wie gedacht, ist der elektrische Glimmstängel nicht. Wissenschaftler der California University in Los Angeles fanden bereits vor einigen Monaten heraus, dass auch E-Zigaretten das Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen sowie bei Männern für Potenzprobleme sorgen können. Eine aktuelle Studie aus Schweden bestätigt dieses Ergebnis nun.

Viele Experten warnen vor der Verharmlosung von E-Zigaretten. Eine neue Studie zeigt, dass diese das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen erhöhen können. (Bild: tibanna79/fotolia.com)

Schwedische Forscher messen Körperreaktion direkt nach Konsum
Die Forscher des schwedischen „Danderyd University Hospital“ in Stockholm hatten im Rahmen einer kleinen Studie 15 junge und gesunde Probanden untersucht, die selten, d.h. maximal zehn Zigaretten pro Monat, rauchen. E-Zigaretten hatten alle Teilnehmer vor der Studie noch nicht verwendet, so die Mitteilung der European Lung Foundation. Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, von denen eine Liquids mit Nikotin „dampfte“ und die anderen ohne. Sofort nach dem Konsum der E-Zigaretten maßen die Forscher Blutdruck, Herzfrequenz und Arteriensteifigkeit und wiederholten dies zwei und vier Stunden später.

Liquid mit Nikotin hat deutliche Auswirkungen
Es zeigte sich, dass in den ersten 30 Minuten nach dem Rauchen von E-Zigaretten mit Nikotin eine signifikante Erhöhung des Blutdrucks, der Herzfrequenz und der arteriellen Steifigkeit auftrat. Bei den Probanden, die Liquid ohne Nikotin konsumiert hatten, gab es diese Effekte hingegen nicht. Die sofort einsetzende Arteriensteifigkeit könne höchstwahrscheinlich dem Nikotin zugeschrieben werden, erklärt Studienleiter Dr. Lundbäck. Die gleichen temporären Effekte würden auch nach der Verwendung herkömmlicher Zigaretten auftreten.

„Die chronische Exposition gegenüber dem aktiven und passiven Zigarettenrauchen führt zu einer permanenten Erhöhung der arteriellen Steifigkeit. Deshalb spekulieren wir, dass die chronische Exposition gegenüber E-Zigaretten mit Nikotin auf lange Sicht dauerhafte Auswirkungen auf die Arteriensteifigkeit verursachen kann“, so Dr. Lundbäck laut der Mitteilung. Hierzu gebe es jedoch bis heute noch keine Studienergebnisse, daher wollen Dr. Lundbäck und seine Kollegen weiterhin die Effekte von E-Zigaretten auf Blutgefäß- und Lungenfunktionen beim Menschen untersuchen.

Unabhängige Studien zu Langzeitwirkungen nötig
„Unsere Forschung betrifft sehr viele Menschen und unsere Ergebnisse können künftige Gesundheitsprobleme für eine große Anzahl von Personen verhindern. Es ist von größter Wichtigkeit, die möglichen Langzeitwirkungen der täglichen E-Zigaretten-Nutzung durch Studien zu untersuchen, die unabhängig von der E-Zigarettenindustrie finanziert werden“, betont Dr. Lundbäck. (nr)