E-Zigaretten: Inhalieren von Chemiecocktails

Heilpraxisnet

Vor allem junge Menschen greifen zu der E-Zigarette

17.06.2014

„E-Zigaretten“ liegen offenbar stark im Trend. Wie eine EU-weite Umfrage von mehr als 26.000 Jugendlichen und Erwachsenen ergeben hat, haben mehr als ein Fünftel der Raucher schon mal eine elektronische Zigarette geraucht. Vor allem bei jüngeren Menschen sei demnach das Interesse an den elektrischen Glimmstengeln groß, beispielsweise um zu testen, ob das „Dampfen“ bei der Entwöhnung von herkömmlichen Zigaretten helfen kann.

23% der Raucher und 4.7% der ehemaligen Raucher haben schon mal „gedampft“
Für ihre Studie hatten Forscher um Constantine Vardavas von der Harvard School of Public Health in Boston (Massachusetts / USA) im Jahr 2012 insgesamt 26.566 Jugendliche und Erwachsene aus 27 EU-Ländern befragt. Das Ergebnis: 23% der Raucher, 4.7% der ehemaligen Raucher und 1.2% der Personen, die zuvor noch nie eine Zigarette geraucht hatten, haben schon mal die elektronische Alternative zum normalen Glimmstengel probiert. Hochgerechnet auf die gesamte EU-Bevölkerung würde dies bedeuten, dass mehr als 29 Millionen EU-Bürger das „Dampfen“ bereits ausprobiert hätten, so die Wissenschaftler aktuell im Fachblatt "Tobacco Control". Gut zwei Drittel der derzeitigen Raucher hätten "dem Bericht nach ein bzw. zweimal probiert, 9 Prozent der Menschen würden regelmäßig zur E-Zigarette greifen".

Elektrische Zigarette besonders bei Jüngeren beliebt
Das Interesse an elektronischen Zigaretten sei dabei den Forschern nach gerade bei den Jüngeren groß: „Was die Raucher betrifft, war es bei den 15–24 Jahre sowie den 25–39 Jahre alten Personen wahrscheinlicher, dass diese bereits eine E-Zigarette probiert hatten, als bei den älteren Rauchern. Ebenso war es wahrscheinlicher bei denen, die 6 bis 10 bzw. 11 bis 20 Zigaretten am Tag geraucht hatten, als bei den leichteren Rauchern (bis zu fünf Zigaretten am Tag)“, so die Forscher in dem Artikel im "Tobacco Control". Zudem hätten die Befragten, die sich das Rauchen abgewöhnen wollen, laut der Umfrage doppelt so häufig die elektrische Alternative ausprobiert, als diejenigen, die vom herkömmliche Rauchen überzeugt waren, schreiben die Wissenschaftler weiter.

Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit, Folgen dieses Trends weiter zu erforschen
Aufgrund der Ergebnisse sei es enorm wichtig, die Folgen dieses „Trends“ weiter zu erforschen, betonen die Forscher: „Eine erhebliche Anzahl von Erwachsenen innerhalb der EU haben E-Zigaretten bereits verwendet. Die Nutzer waren dabei eher jünger, derzeitige Raucher oder ehemalige Raucher seit dem vergangenen Jahr. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, den möglichen langfristigen Einfluss des E-Zigarettenkonsums auf die Gesundheit der Verbraucher sowie auf die Rauchentwöhnung und die Abhängigkeit von Nikotin zu evaluieren und einen europäischen Rahmen für eine Regulierung der E-Zigaretten innerhalb einer überarbeiteten EU-Tabak-Richtlinie zu formulieren.“

466 Marken mit 7764 Geschmacksrichtungen im Internet erhältlich
Neben dem war noch eine zweite Forschergruppe zu interessanten Ergebnissen gekommen: So hatte eine Auswertung der Wissenschaftler um Shu-Hong Zhu von der University of California (San Diego) ergeben, dass E-Zigaretten gerade im Internet offenbar immer stärker auf dem Vormarsch sind. Dabei werde das Angebot immer größer – nur zwischen August 2012 und Januar 2014 seien jeden Monat zehn neue Marken und 242 Geschmacksrichtungen neu auf den Markt gekommen, wie zum Beispiel Menthol, Frucht oder Alkohol. Insgesamt seien damit zu Beginn des Jahres 466 Marken mit 7764 Geschmacksrichtungen erhältlich gewesen, so die Wissenschaftler in "Tobacco Control". Die Vermarktung würde dabei unterschiedlich erfolgen: „Die Anzahl der E-Zigarettenmarken ist groß und hat zugenommen. Ältere Marken neigen dazu, ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Zigaretten herauszustellen, während neuere Marken die Auswahlmöglichkeiten für die Verbraucher durch mehrere Geschmacksrichtungen und Produktvielfalt betonen.“ Gerade hier könnte jedoch den Forschern nach sinnvoll angesetzt werden: „Diese Ergebnisse können als Maßstab für die zukünftige Forschung über den Einfluss bevorstehender Regelungen zum Produkt-Design und Werbebotschaften von E-Zigaretten dienen.“ (nr)

Advertising