Ebola- Impfstoff: Tests in betroffenen Regionen?

Heilpraxisnet

Ebola-Impfstoff wird bald in Westafrika getestet

18.01.2015

Unter anderem auch deutsche Forscher arbeiten daran, dass ein Impfstoff gegen Ebola bald im Ausbruchsgebiet in Westafrika getestet werden kann. Der tödlichen Infektionskrankheit sind bereits mehr als 8.400 Menschen zum Opfer gefallen. An Impfstoff-Studien, die in den kommenden Wochen starten, haben Experten nun Zweifel geäußert.


Deutsche Forscher mit Ergebnissen zufrieden
Auch Marburger Forscher arbeiten mit Hochdruck daran, dass ein Impfstoff gegen Ebola bald im Ausbruchsgebiet von Westafrika getestet werden kann, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Wie der Virologe Stephan Becker von der Universität Marburg mitteilte, solle es Ende Januar oder Anfang Februar losgehen. Der Wissenschaftler zeigte sich mit den ersten, teils noch vorläufigen Ergebnissen der internationalen Studie zufrieden: „Ich glaube, alle sind froh, dass keine schweren Nebenwirkungen aufgetreten sind.“

Nebenwirkungen waren erwartet worden
Die klinische Erprobung des Impfstoffes gegen das tödliche Virus war im November gestartet. 200 bis 300 Teilnehmer werden sich in Hamburg, in der Schweiz, und in den vom aktuellen Ausbruch nicht betroffenen afrikanischen Ländern Gabun und Kenia impfen lassen. Von den Marburger Forschern werden deren Blutproben dann auf Antikörper untersucht. Ziel sei, die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes zu prüfen. Bei Probanden seien Becker zufolge zwar Nebenwirkungen wie Gelenkschmerzen aufgetreten, allerdings seien diese zu erwarten gewesen und auch von selbst wieder abgeklungen. Seiner Aussage nach zeigen vorläufige Ergebnisse, dass die Versuchsteilnehmer mit einer Immunantwort auf den Impfstoff reagieren. „Allerdings wissen wir natürlich nicht, ob diese Immunantwort den Probanden dann auch vor Ebola schützen kann.“ Dies könne nur im Ausbruchsgebiet getestet werden.

Große Impfstoff-Studien starten
Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind der Ebola-Epidemie in Westafrika bereits über 8.400 Menschen zum Opfer gefallen, über 21.000 Menschen haben sich angesteckt. Bei Infizierten können wegen fehlender Heilmittel oder zugelassener Impfstoffe bislang lediglich die typischen Ebola-Symptome behandelt werden. In den nächsten Wochen sollen große Impfstoff-Studien in den Epidemie-Gebieten in Westafrika anlaufen. Doch Experten haben Zweifel am Erfolg der geplanten Ebola-Impfstudien, wie berichtet. Demnach fürchten Wissenschaftler und Pharmahersteller, dass sich die Wirksamkeit der Impfstoffe möglicherweise nur schwer belegen lässt. (ad)

Bildnachweis: CFalk / pixelio.de