Ebola-Epidemie: Zahl der Toten steigt über 1.000

Heilpraxisnet

WHO: Bereits über 1000 Tote durch Ebola

12.08.2014

Die Zahl der Ebola-Toten in Westafrika steigt weiter. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, sind bereits 1.013 Menschen der gefährlichen Krankheit erlegen. Aus den USA wird nun die Lieferung eines experimentellen Arzneimittels nach Liberia erfolgen. Der Einsatz des Mittels ist jedoch umstritten.

Zahl der Ebola-Toten steigt auf 1013
Die Zahl der Ebola-Toten in Westafrika ist auf über 1.000 gestiegen. Bisher starben mindestens 1.013 Menschen an der gefährlichen Infektionskrankheit, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag mit. Es gebe insgesamt 1.848 Ebola-Fälle. Allein von Donnerstag bis Samstag seien 52 Erkrankte gestorben, 29 von ihnen aus Liberia, 17 aus Sierra Leone und sechs aus Guinea. Einen Impfstoff oder ein Heilmittel gegen die Krankheit gibt es bislang nicht, lediglich die typischen Ebola-Symptome, wie Fieber, Durchfalloder innere und äußere Blutungen lassen sich mit Medikamenten lindern. Übertragen wird das Virus durch den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Experten schließen nach derzeitigem Kenntnisstand eine Übertragung durch die Atemluft aus.

Liberia wird experimentelles Arzneimittel aus den USA erhalten
Liberia wird nun ein experimentelles Arzneimittel aus den USA zur Bekämpfung der Epidemie erhalten. Wie es in verschiedenen Presseberichten heißt, hatte das Präsidialamt in Monrovia in der Nacht zum Dienstag mitgeteilt, dass das Weiße Haus und die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA einer Bereitstellung des Serums zur Behandlung infizierter Mediziner in Liberia zugestimmt haben. Demnach sei die Entscheidung nach einem entsprechenden Gesuch von Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf an Präsident Barack Obama gefallen. Die Lieferung werde im Laufe der Woche von einem amerikanischen Regierungsvertreter überbracht.

Medikament wird kostenlos zur Verfügung gestellt
Der Hersteller des experimentellen Serums hatte zuvor erklärt, das sämtliche Vorräte an dem Mittel nach Westafrika geschickt würden. Wie es am Montag auf der Website des Pharmaunternehmens Mapp Bio hieß, seien die Vorräte an ZMapp in Folge der Anfrage „eines westafrikanischen Staates“ erschöpft. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP wurde mitgeteilt, dass jegliche Entscheidung zur Anwendung des noch nicht zugelassenen Serums vom ärztlichen Fachpersonal getroffen werden müsse. Das Medikament werde kostenlos zur Verfügung gestellt.

Mangels Ebola-Medikamenten wird experimenteller Wirkstoff angewendet
Bislang wurde der Wirkstoff nur an Tieren getestet. Dennoch wurde ZMapp mangels Medikamenten gegen Ebola bei einem Arzt und einer Krankenschwester aus den Vereinigten Staaten angewendet, die sich beim Umgang mit Ebola-Kranken in Liberia infiziert hatten. Zudem wird auch ein in Liberia mit dem Ebola-Virus infizierter spanischer Missionar mit dem Medikament behandelt. Medizinethiker berieten am Montag in Genf mit Experten der WHO über einen möglichen Einsatz von experimentellen Wirkstoffen im Epidemie-Gebiet. Am Dienstag sollen bei einer Pressekonferenz erste Ergebnisse vorgestellt werden.

Kaum einzudämmende Epidemie
Nach Einschätzung von Experten wäre es möglich, dass die WHO wegen der kaum einzudämmenden Epidemie den Einsatz solcher Mittel gutheißt, die noch in der Entwicklungsphase sind. Die aktuelle Epidemie in Westafrika, die kürzlich von der WHO zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt wurde, ist der schwerste jemals registrierte Ebola-Ausbruch. Vor einigen Tagen hatte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie-Paule Kieny erklärt: „Wir haben hier eine Krankheit mit hoher Sterberate, ohne dass es eine bewährte Behandlung oder Impfung gibt.“ Ethiker müssten nun einschätzen, was für Ärzte in dieser Situation verantwortbar sei. (ad)

Bild: Harald Schottner / pixelio.de