Ebola: Heilung durch Fremdbluttherapie

Heilpraxisnet

Hoffnung: Ebola-Patienten nach Fremdbluttherapie wieder gesund

27.09.2014

Tagtäglich wird über die schlimmen Auswirkungen der Ebola-Epidemie in Westafrika berichtet. Nun gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer. Zwei Ebola-Infizierte sind nach einer Therapie mit Blut von bereits genesenen Patienten wieder gesund. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hofft auf einen Impfstoff ab 2015.

Zwei Infizierte sind nach Therapie wieder gesund
Zwei US-amerikanische Ärzte, die sich in Liberia mit Ebola infiziert hatten, sind nach einer Behandlung mit Blut von bereits genesenen Patienten wieder gesund. Allerdings kann nicht eindeutig bestimmt werden, ob dies an der speziellen Therapie, oder an der guten medizinischen Versorgung in den USA liegt. Doch auch wenn es aufgrund der geringen Zahl der Behandlungen zu früh ist, um fundierte Aussagen über die Wirksamkeit solcher Therapien zu treffen, könnten diese nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine vielversprechende Möglichkeit sein.

Fast 3.000 Tote in Westafrika
Die WHO teilte mit, dass derzeit ein wachsendes wissenschaftliches Interesse an solchen Methoden verzeichnet werde. Die Therapie beruhe darauf, dass sich im Blut von Überlebenden spezielle Antikörper befinden, die Erkrankten helfen könnten. Eine großangelegte Blut-Therapie könne jedoch angesichts des schlechten Zustands der Gesundheitssysteme in Guinea, Liberia und Sierra Leone nicht sofort umgesetzt werden. Daher stehe man in Gesprächen mit Gesundheitsbehörden, welche Personengruppen zunächst Zugang zu solchen Behandlungen erhalten sollten. Nach Zahlen der WHO sind bei der aktuellen Ebola-Epidemie bislang über 2.900 Menschen gestorben. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer höher liegt.

Gesundheitsexperten fordern mehr Hilfe
Unterdessen haben Experten aus 16 europäischen Ländern mehr Hilfe für die von der Seuche betroffenen Länder Westafrikas gefordert. Wie die 44 Gesundheitsexperten in einem im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Brief schreiben, müssten die europäischen Staaten medizinisches Personal, mobile Labors, Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und Geräte wie Stromgeneratoren schicken. „Nach Monaten der Untätigkeit und der Vernachlässigung durch die internationale Gemeinschaft ist die Ebola-Epidemie in Westafrika vollkommen außer Kontrolle geraten“, so die Experten. Nicht mehr nur Westafrika sei durch das Virus bedroht, sondern die ganze Welt.

WHO hofft auf Impfstoff ab 2015
Die stellvertretende WHO-Generalsekretärin Marie Paule Kieny teilte am Freitag in Genf mit, dass die WHO auf einen einsatzfähigen Impfstoff gegen Ebola ab Anfang 2015 hoffe. Man konzentriere sich derzeit auf zwei Substanzen, die in klinischen Tests auf ihre Wirksamkeit geprüft würden. Wenn die Tests positiv verlaufen, könne zu Beginn des kommenden Jahres der Einsatz beginnen. Massenimpfungen seien dann aber wegen der begrenzten Vorräte nicht möglich. Bis es soweit ist, dass Impfstoffe oder Heilmittel gegen die tödliche Infektionskrankheit verfügbar sind, bleibt Ärzten lediglich die Möglichkeit, bei den Patienten die typischen Ebola-Symptome, wie Fieber, Durchfall, Übelkeit sowie innere und äußere Blutungen zu lindern. (ad)

Bild: Maurus Völkl / pixelio.de