Ebola in Deutschland nicht ausgeschlossen

Heilpraxisnet

Ebola: RKI will Seuchen-Einschleppung nicht ausschließen

13.10.2014

Über 4.000 Menschen sind der gefährlichen Ebola-Epidemie in Westafrika bereits zum Opfer gefallen. Auch in mehreren westlichen Staaten werden einige Patienten behandelt, die typische Ebola-Symptome zeigen oder nachweislich daran erkrankt sind. Experten halten mittlerweile auch eine Einschleppung des tödlichen Virus nach Deutschland möglich.

Einschleppung möglich – Risiko gering
Der Vize-Präsident des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, hält einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge eine Einschleppung des gefährlichen Ebola-Virus nach Deutschland für möglich. Der Experte sagte demnach heute im „ZDF-Morgenmagazin“, dass es ein Risiko gebe, das jedoch gering sei. Trotzdem müsse damit gerechnet werden. Die Behörden hierzulande seien aber gut vorbereitet. „Wir haben entsprechende Übungen gemacht und haben bei den vergangenen Verdachtsfällen gesehen, dass diese Kette sehr gut funktioniert“, erklärte Schaade.

Über 4.000 Menschen an Ebola gestorben
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat unterdessen angegeben, dass inzwischen mehr als 8.000 Ebola-Fälle in den drei am stärksten von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone registriert wurden. Über 4.000 Menschen sind gestorben. Allerdings gehen Fachleute von einer hohen Dunkelziffer aus. Obwohl seit dem Ausbruch und der Ausbreitung der gefährlichen Infektionskrankheit intensiv an einem Impfstoff und einem Heilmittel geforscht wird, ist beides noch immer nicht verfügbar. Bei Patienten können lediglich die typischen Symptome, wie etwa Fieber, Durchfall, Übelkeit sowie innere und äußere Blutungen gelindert werden.

Sicherheitsvorkehrungen international verschärft
International wurden in den vergangenen Tagen aus Angst vor der Krankheit die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. So werden inzwischen auf dem New Yorker John F. Kennedy-Flughafen Reisende aus Ländern mit Ebola auf mögliche Symptome untersucht. Vier weitere große US-Flughäfen sollen folgen. In den USA hatte sich eine Krankenschwester trotz Schutzkleidung und Sicherheitsmaßnahmen mit dem Virus infiziert. Sie hatte den ersten Ebola-Patienten in den USA behandelt. Dieser war am Mittwoch vergangener Woche gestorben.

Bundesgesundheitsminister sieht keinen Grund zur Sorge
Auch in Israel wurden nun spezielle Kontrollen für Reisende aus der westafrikanischen Krisenregion eingeführt. Dies gilt für den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv als auch für alle Grenzübergänge und Seehäfen. In Deutschland sind ähnliche Prüfungen vorerst nicht geplant. Nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gibt es hier derzeit keinen Grund zur Sorge. Hierzulande gebe es Behandlungszentren, die auf den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten spezialisiert seien. (ad)

Bild: Dr. Karl HERRMANN / pixelio.de