Ebola: Neues Medikament Zmapp macht Hoffnung

Heilpraxisnet

Erfolgreiche Tests mit Ebola-Medikament lassen hoffen

31.08.2014

Im Kampf gegen die tödliche Viruskrankheit Ebola ist es Wissenschaftlern in Kanada nun gelungen, infizierte Rhesus-Affen mit einem neuen Medikament zu heilen. Ob die experimentelle Ebola-Arznei ZMapp auch beim Menschen zuverlässig wirkt, müsse allerdings noch erprobt werden. Zwei Patienten sind mit dem Mittel bereits erfolgreich behandelt worden.

Zwei Ebola-Patienten erfolgreich behandelt
Forscheren in Kanada ist es bei der Suche nach einem Medikament gegen die tödliche Infektionskrankheit Ebola gelungen, mit dem Wirkstoff ZMapp an Ebola erkrankte Rhesus-Affen zu heilen. Es müsse aber noch erprobt werden, ob das Mittel auch beim Menschen zuverlässig wirkt. Nach derzeitigem Kenntnisstand haben zwar zwei Ebola-Patienten, die mit dem experimentellen Mittel behandelt wurden, die schwere Infektion überlebt, doch ein 75-Jähriger, der die Arznei ebenfalls erhielt, starb. Einer älteren Meldung zufolge bekamen das Medikament bislang mindestens sechs Menschen. Der Zustand der übrigen drei Patienten habe sich demnach vorerst gebessert gehabt.

Wirkung noch fünf Tage nach der Infektion
Im Tierversuch habe das Mittel ZMapp selbst fünf Tage nach der Infektion von Rhesusaffen mit Ebola noch gewirkt, wie sich in der kanadischen Studie herausstellte. Im britischen Fachjournal „Nature“ schreiben die Forscher, dass die Affen bereits starke Krankheitssymptome gezeigt hätten. Fieber ist nur eines der typischen Ebola-Symptome. Es kommt dabei unter anderem auch zu Durchfall und Übelkeit, zudem steigt die Zahl weißer Blutkörperchen an und die Zahl der Blutplättchen nimmt ab. Es kommt zu Schleimhautblutungen. Nach der Gabe von ZMapp gingen diese Symptome aber eindeutig zurück. Wie Gary Kobinger vom kanadischen Gesundheitsamt in Winnipeg und sein Team schreiben, konnten „100 Prozent der Rhesusaffen“ geheilt werden.

Imposanter Erfolg bei der Behandlung
Der Immunologe Thomas Geisbert von der University of Texas in Galveston schreibt in einem Kommentar: „Die Entwicklung von ZMapp und sein Erfolg bei der Behandlung von Affen in einem fortgeschrittenen Stadium der Ebola-Infektion ist imposant.“ Insgesamt 18 Tiere waren im Rahmen der Studie behandelt worden. Alle der Affen, die in bestimmten Zeitabständen nach der Infektion ZMapp erhielten, wurden geheilt, die drei Kontrolltiere hingegen starben. Erfolgreiche Versuche mit dem Mittel an Affen gab es bereits schon vorher, doch dabei wurden die Tiere bereits kurz nach der Infektion behandelt.

Kein Beleg für Wirksamkeit des Arzneimittels
Aus dem Bericht über die kanadische Studie geht hervor, dass "ZMapp aus den jeweils wirksamsten Antikörpern von zwei experimentellen Anti-Ebola-Wirkstoffen besteht". Die Wissenschaftler haben demnach "die jeweiligen Antikörper in jeweils unterschiedlichen Kombinationen Schritt für Schritt getestet". Das ZMapp getaufte Gemisch aus drei Antikörpern erwies sich dabei "als die mit Abstand beste Kombination". In seinem Kommentar weist Geisbert auf die in den USA behandelten Ebola-Patienten hin, die überlebten. Da bislang etwa die Hälfte der Ebola-Kranken auch ohne eine solche Therapie überlebt hätte, sei dies kein Beleg für die Wirkung des Arzneimittels.

Vorräte schnell aufgebraucht
Ein weiterer Punkt, der die Hoffnung dämpft, ist, dass die Rhesusaffen nicht mit dem derzeit in Westafrika wütenden Ebola-Virus infiziert waren, sondern mit einem anderen Virenstamm. Doch ZMapp verhinderte in einem weiteren Versuch mit Zellkulturen auch die Vermehrung des aktuellen Virentyps. Es müsse sich aber erst erweisen, ob dies auch für die „frei Wildbahn“ zutrifft. Ein weiteres Problem ist, dass die Vorräte an ZMapp rasch aufgebraucht wurden, da lange Zeit nicht klar war, ob ein nicht zugelassenes Medikament überhaupt vergeben werden sollte. Von Seiten des Unternehmens, das die Arznei herstellt, wurde kürzlich mitgeteilt, dass man mit der Herstellung einer neuen Charge begonnen habe, doch „Der Vorgang braucht seine Zeit“. Diesmal solle genug ZMapp hergestellt werden, um das Genehmigungsverfahren für eine Zulassung des Medikaments beim Menschen einzuleiten. (ad)

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