Ebola: Erster Optimismus in Liberia

Heilpraxisnet

Vorsichtiger Optimismus im Kampf gegen die Ebola-Epidemie

16.01.2015

Obwohl die Ebola-Epidemie in den westafrikanischen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone keineswegs als überwunden bewertet werden kann, berichtet der UN-Sonderbeauftragte Dr. David Nabarro von wachsender Zuversicht und einem steigenden Selbstvertrauen bei der Bevölkerung vor Ort. Nicht zuletzt basiert der aufkommende Optimismus auf den festzustellenden Erfolgen bei der Seuchenbekämpfung. So verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der vergangenen Woche in Guinea und Liberia die niedrigste Zahl der Ebola-Neuinfektionen seit dem Sommer 2014.

„In den letzten Wochen haben wir eine große Veränderung, ein Gefühl von Selbstvertrauen, ein Gefühl, dass (Ebola) geschlagen werden kann, gesehen“, so Dr. Nabarro in einer aktuellen Pressemitteilung der Vereinten Nationen (UN). Die spürbaren Veränderungen haben laut Mitteilung der UN in Liberia Anfang Dezember eingesetzt. Den Angaben der WHO zufolge ist die Zahl der Neuinfektionen in dem westafrikanischen Land von mehr als 300 bestätigten Fällen pro Woche im August und September 2014 auf acht bestätigte Fälle in der vergangenen Woche gefallen. Liberia zeigt sich demnach nicht ohne Grund zuversichtlich, die Epidemie schon bald überwunden zu haben. Anders ist die Situation derzeit jedoch in Sierra Leone, wo in der vergangenen Woche 184 Ebola-Neuinfektion von der WHO registriert wurden.


Erste Erfolge werden spürbar
Für die Behandlung der Ebola-Patienten stehen laut Angaben der WHO sowohl in Liberia, als auch in Guinea und Sierra Leone mittlerweile ausreichend Behandlungskapazitäten zur Verfügung. Allerdings bestehe hier mitunter eine ungleiche geografische Verteilung der Betten und Fällen, was vor Ort zu Schwierigkeiten führen kann. Insgesamt hat sich die Versorgungssituation der Patienten jedoch deutlich verbessert. Auch sei eine sicherer und würdige Bestattung aller Verstorbenen gewährleistet. Zudem erfolge in den meisten Fällen eine Identifizierung und Überwachung der Kontaktpersonen beziehungsweise weiterer potenziell Infizierter. Hier sind laut Dr. Nabarro allerdings immer noch Lücken festzustellen. Nicht immer werden sämtliche Kontaktpersonen ermittelt und konsequent überwacht. Zudem lassen sich mitunter nicht alle Kontaktpersonen der Ebola-Patienten bestimmen. Dies sei in vielen Fällen regelrechte Detektivarbeit, so Dr. Nabarro.

Weiterhin Wachsamkeit und Disziplin erforderlich
Trotz der feststellbaren Erfolge in Liberia und dem zaghaften Optimismus mahnt der UN-Sonderbeauftragte weiterhin zur „Wachsamkeit und Disziplin.“ Nur so lasse sich sicherstellen, dass die Krankheit vollständig ausgelöscht wird. In Sierra Leone ist indes ein Ende der Ebola-Epidemie noch nicht in Sicht. Hier waren allein in den vergangen drei Wochen 769 Neuinfektion festzustellen. Mittlerweile ist Sierra Leone mit mehr als 10.000 Infektionen und mehr als 3.000 Todesfällen das am stärksten betroffene Land, auch wenn Liberia im Verlauf des vergangenen Jahres insgesamt rund 3.500 Ebola-Todesfälle zu verzeichnen hatte. Weltweit haben sich laut Angaben der WHO bis zum 11. Januar 21.261 Menschen mit Ebola infiziert und 8.414 Betroffene sind an den Folgen der Infektion verstorben. (fp)

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