Ebola-Patient in Deutschland in ernstem Zustand

Heilpraxisnet

Frankfurt: Zustand von Ebola-Patient ist kritisch

04.10.2014

Der zweite Ebola-Patient der in Deutschland behandelt wird, „ist in sehr ernstem Zustand“. Der Arzt aus Uganda hatte in Sierra Leone für eine italienische Hilfsorganisation gearbeitet und sich dabei infiziert. Experimentelle Arzneien würden nicht eingesetzt werden. Die Ebola-Symptome des Patienten werden in der Klinik in Frankfurt behandelt.

Patient „in sehr ernstem Zustand“

Der zweite Ebola-Patient, der in Deutschland behandelt wird, ist am Freitag ins Universitätsklinikum Frankfurt eingeliefert worden. Der Arzt aus Uganda hatte für eine italienische Hilfsorganisation in Sierra Leone gearbeitet und sich dabei offenbar mit Ebola infiziert. Der Mediziner war mit einem Ambulanzflug nach Frankfurt gebracht worden, wo er nun auf der Isolierstation der Uniklinik behandelt wird. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa sagte der Oberarzt Timo Wolf am Freitag: „Der Patient ist in sehr ernstem Zustand, aber zumindest bis jetzt in diesem Zustand stabil.“

Symptome des Patienten werden behandelt

Doch es bestehe die „durchaus berechtigte Hoffnung, dass der Patient diese Erkrankung gut überstehen kann“. Zunächst müssten die nächsten Tage abgewartet werden. Wie weiter mitgeteilt wurde, würden derzeit keine experimentellen Arzneien eingesetzt. Die Mediziner versorgen den Patienten mit Flüssigkeit und behandeln die Ebola-Symptome. Typische Beschwerden, die bei dieser Infektionskrankheit auftreten können, sind unter anderem Fieber, Durchfall, Übelkeit sowie innere und äußere Blutungen. Zur Therapie gehöre zudem die Unterstützung von beispielsweise Kreislauf oder Atmung.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Den Flug nach Deutschland habe der Patient in einem Inkubationszelt verbracht. Wie der Leiter des Kompetenzzentrums Frankfurt, Professor René Gottschalk, mitteilte, sei der Infizierte nach dem Flug zwar sehr angestrengt, habe diesen aber den Umständen entsprechend gut überstanden. Der Erkrankte wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen mit einem Spezialfahrzeug in die Klinik gebracht, deren Isolierstation unter anderem über eine eigene Luftversorgung verfügt. Über die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei die italienische Hilfsorganisation mit der Bitte um Hilfe an das Auswärtige Amt herangetreten. Die Kosten würden von der Hilfsorganisation übernommen. Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) habe die Bereitschaft gezeigt, weitere Ebola-Patienten aufzunehmen.

Bereits über 3.400 Tote durch Ebola in Westafrika

Ein erster Ebola-Patient aus Westafrika war bereits Ende August nach Deutschland gekommen. Der Experte der WHO wird in der Uniklinik in Hamburg versorgt. Da das Krankenhaus an die ärztliche Schweigepflicht gebunden ist und der Erkrankte laut „Zeit Online“ alle Auskünfte untersagt hat, ist über seinen Zustand nichts bekannt. Nach jüngsten Angaben der WHO ist die Zahl der registrierten Ebola-Toten weiter gestiegen, auf bislang 3.431. Liberia ist am stärksten von der Epidemie betroffen. In dem Land starben 2.069 Menschen an Ebola. Die Zahl der registrierten Infizierten in Guinea, Liberia und Sierra Leone wird derzeit mit 7.470 angegeben. (ad)

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de