Ebola-Patient wird nach Hamburg geflogen

Heilpraxisnet

Infizierter WHO-Mitarbeiter wird mit Spezialjet aus Westafrika eingeflogen

27.08.2014

In Hamburg wird heute ein mit Ebola infizierter Mann aus Westafrika erwartet. Wie der Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt, gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ berichtet, soll der Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation im Universitätskrankenhaus in Hamburg-Eppendorf behandelt werden.

Patient soll im Universitätskrankenhaus behandelt werden
Ein an Ebola erkrankter Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird am heutigen Mittwoch mit einem Spezialjet aus Westafrika in Hamburg erwartet. Wie die Hamburger Gesundheitsbehörde gegenüber der „dpa“ mitteilt, solle der Mann anschließend im Universitätskrankenhaus in Hamburg-Eppendorf (UKE) behandelt werden. Hierfür seien "alle nötigen Vorkehrungen getroffen, die entsprechenden Stellen sind vorbereitet", so der Sprecher der Behörde, Rico Schmidt. Wie zuvor schon die Bild-Zeitung berichtet hatte, "werde der Patient nach der Ankunft am Hamburger Flughafen direkt in einen Isolierrettungswagen der Feuerwehr umgelegt und dann in die Klinik transportiert". Diese war schon Ende Juli von Weltgesundheitsorganisation angefragt worden, ob die Betreuung eines Mitarbeiters möglich sei. Der infizierte Arzt war jedoch verstorben, bevor die Überführung nach Deutschland stattfinden konnte.

Mehr als 240 Helfer und Mediziner bislang angesteckt
Das Beispiel des verstorbenen Mediziners verdeutlicht die dramatische Entwicklung der Ebola-Seuche in Westafrika, von der immer häufiger auch Ärzte und Helfer betroffen sind. Wie die WHO aktuell mitteilt, hätten sich bislang mehr als 240 Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone angesteckt, mehr als 120 seien an der Krankheit gestorben.Nach dem sich auch ein Mitarbeiter der WHO mit dem Virus angesteckt hatte, zog die Organisation nun bereits massive Konsequenzen und rief ihre anderen Mitarbeiter aus dem Labor in Kailahun im Osten Sierra Leones zurück.

Ärzte arbeiten über ihre physischen Grenzen hinaus
Laut der WHO gäbe es mehrere Gründe für die hohe Infektionsrate unter den Ärzten und Helfern. In vielen Fällen sei beispielsweise nicht genug entsprechende Schutzausrüstung vorhanden, oder aber diese werde unsachgemäß angewendet. „Darüber hinaus ist die persönliche Schutzausrüstung heiß und umständlich, vor allem in einem tropischen Klima, was wiederum die Zeit einschränkt, die Ärzte und Krankenschwestern in einer Isolierstation arbeiten können“, so die Organisation weiter. Zudem gäbe es viel zu wenig Personal für solch einen großen Ausbruch, wodurch die Helfer weit mehr Stunden in den Isolierstationen arbeiten würden als in Hinblick auf die Sicherheit empfohlen wird. Dadurch seien die Mitarbeiter oft übermüdet und überfordert, was laut der WHO zu gravierenden Folgen führen könne: „Einige Ärzte arbeiten über ihre physischen Grenzen hinaus und versuchen in 12-Stunden-Schichten Leben zu retten, jeden Tag in der Woche. Mitarbeiter, die erschöpft sind, sind anfälliger für Fehler.“ (nr)