Ärzte: Ebola-Verdacht in Düsseldorf

Fabian Peters
Patient mit Verdacht auf Ebola in die Uniklinik Düsseldorf eingeliefert

In Deutschland ist ein neuer Ebola-Verdachtsfall aufgetreten. Nach einem Aufenthalt in Guinea bestand bei einem männlichen Patienten in Bochum der Verdacht auf Ebola, so die Mitteilung des zuständigen Gesundheitsamtes in Düsseldorf. Der betroffene Mann sei noch in der Nacht von der Feuerwehr Düsseldorf unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen und unter der Leitung von Dr. Frank Sensen vom Düsseldorfer Gesundheitsamt in die Uniklinik Düsseldorf transportiert worden.

Bislang steht die abschließende Diagnose des Ebola-Verdachts durch die Uniklinik Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) noch aus. Die Ergebnisse werden laut Mitteilung des Gesundheitsamtes voraussichtlich am Montagnachmittag vorliegen. Vorsorglich wurden dennoch sämtliche erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Für die Bevölkerung besteht den offiziellen Angaben zufolge keine Gefahr.

Ebola-Düsseldorf

Höchste Sicherheit gewährleistet
Im Fall eines Ebola-Verdacht greift laut Angaben der Landeshauptstadt Düsseldorf ein Routineplan, der von den Beteiligten aus Uniklinik, Gesundheitsamt und Feuerwehr eingehend geübt wurde. Nach Feststellung des Ebola-Verdachts wurde ein Transport in dem „Intensiv-Rettungswagen“ eingeleitet, der von sechs weiteren Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr und zwei Polizeiwagen begleitet wurde. In der Uniklinik erfolgte eine Unterbringung des Patienten auf der hochmodernen Sonderisolierstation, die von der Außenwelt vollständig abgeriegelt werden kann und die Bestandteil des Seuchenalarmplans des Landes Nordrhein-Westfalen ist. Nicht zuletzt durch bauliche und technische Vorkehrungen kann hier höchste Sicherheit gewährleistet werden.

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Keine Gefahr für die Bevölkerung
„In der Sonderisolierstation können eine vollständige Abschirmung des Sicherheitsbereichs sowie eine Steuerung der Luftströme durch mehrere gestaffelte Unterdruckstufen vorgenommen werden, um einen Übertritt gefährlicher Keime in die Umgebung sicher zu vermeiden“, so die Mitteilung der Landeshauptstadt. Auch werde durch spezielle Vorrichtungen verhindert, dass die Krankheitserreger in das Abwassersystem gelangen können. Es sein ein vollständiger Schutz der Patienten, der Besucher und des behandelnden Personals sichergestellt.„Eine Gefährdung der Bevölkerung durch den Transport und die Behandlung des Patienten kann nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden“, so Professor Dr. Andreas Meyer-Falcke, Gesundheitsdezernent der Landeshauptstadt.

Ebola in Guinea noch nicht besiegt
Der aktuelle Ebola-Verdachtsfall zeigt, dass Reisen in die westafrikanischen Staaten Guinea und Sierra Leone derzeit noch immer mit zusätzlichen Risiken belastet sind. In Liberia scheint die Situation nach dem Abklingen der Ebola-Epidemie mittlerweile indes weitgehend unter Kontrolle. In Guinea registrierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Woche vom 20. bis 26. April allerdings noch immer 33 neue Ebola-Infektionen. Doch wurden Mitte März zwischenzeitig knapp 100 Neuinfektionen wöchentlich aus Guinea bei der WHO gemeldet so dass auch hier eine positive Entwicklung der Fallzahlen festzustellen ist. Insgesamt sind in Guinea bislang knapp 3.600 Menschen im Zuge der aktuellen Epidemie erkrankt und 2.377 Menschen haben die Infektion nicht überlebt. Alle betroffenen westafrikanischen Länder zusammen verzeichnet laut Angaben der WHO bislang mehr als 26.000 Ebola-Infektionen und rund 10.900 Todesfälle. (fp)

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