Ebola-Verdacht in Kanada nicht bestätigt

Sebastian

Ebola bei Mann in Kanada nicht bestätigt

25.03.2014

Es gibt Entwarnung beim vermeintlichen Ebola-Fall in Kanada. Bei dem Mann, der mit Verdacht auf eine Ebola-Erkrankung behandelt wurde, zeigte ein Bluttest, dass er nicht infiziert ist. Auch weitere gefährliche Infektionskrankheiten konnten ausgeschlossen werden.

Ergebnisse der Blutproben waren negativ
Nachdem vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass es im westafrikanischen Guinea zu einem Ebola-Ausbruch kam, sorgte auch ein Ebola-Verdachtsfall in Kanada für Aufsehen. Ein Mann, der sich laut Angaben von Denise Werker, der stellvertretenden Leiterin der Gesundheitsbehörde der Provinz Saskatchewan beruflich in Liberia aufgehalten hatte befindet sich in einem Krankenhaus in der Stadt Saskatoon. Er leide an hohem Fieber und weiteren Symptomen, die denen von Ebola ähneln. Doch die Testergebnisse der Blutproben, die an ein spezialisiertes Labor in Winnipeg geschickt wurden, waren negativ. Dies twitterte nun der Pressesprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Gregory Härtl. Zudem könnten ähnliche Viren wie Marburg oder Lassa ausgeschlossen werden.

Symptome erst nach Rückkehr aus Afrika
Werker zufolge war der Patient isoliert worden und auch seine Angehörigen befänden sich vorerst in Quarantäne. Klinikangestellte, die mit dem Mann in Kontakt kämen, trügen Atemmasken und spezielle Sicherheitskleidung. Die stellvertretende Behörden-Leiterin fügte hinzu, dass die Symptome des Patienten erst nach dessen Rückkehr nach Kanada aufgetreten waren. Das Ebola-Virus trat bislang ausschließlich in Afrika auf, mit vielen Fällen in der Demokratischen Republik Kongo, wo es 1976 entdeckt wurde. In den vergangenen Wochen starben im westafrikanischen Guinea mindestens 59 Menschen daran und insgesamt kam es im Land zu 87 Verdachtsfällen. Zudem wurden aus dem benachbarten Liberia sechs Verdachtsfälle gemeldet, von denen fünf tödlich endeten.

Ebola hat sich nicht auf Hauptstadt Guineas ausgebreitet
Den Angaben des liberianischen Gesundheitsministeriums zufolge waren die Opfer, deren Nationalität nicht angegeben wurde, aus dem Süden Guineas gekommen, um sich in Krankenhäusern im Norden Liberias behandeln zu lassen. Laut einer Vertreterin der Organisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières, MSF) hätten die Betroffenen an Beerdigungen in Guinea teilgenommen und seien anschließend nach Liberia zurückgekehrt. In diesem Grenzgebiet gebe es zahlreiche familiäre Verbindungen. Auch die Vermutung, dass sich die Ebola-Epidemie auf die Hauptstadt Guineas ausgebreitet habe, hat sich nach Regierungsangaben nicht bestätigt. Erste Fälle waren bereits Ende Januar in den südlichen Waldgebieten des Landes bekannt geworden.

Krankheit verläuft oft tödlich
Das Ebola-Virus wird per Schmierinfektionen über Körperflüssigkeiten, wie etwa Blut auf Mitmenschen übertragen. Nach einer Inkubationszeit von maximal drei Wochen stellen sich grippeähnliche Symptome ein. Anschließend kommt es zu hohem Fieber, inneren Blutungen, Beeinträchtigungen der Leber- und Nierenfunktion, blutigem Durchfall, Krämpfen, Schockzuständen und Kreislaufzusammenbrüchen. Übelkeit und Erbrechen sind weitere typische Begleitsymptome. Betroffene bluten oft aus sämtlichen Körperöffnungen. In 25 bis 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit laut WHO tödlich, die Sterblichkeit ist dabei abhängig vom Erregerstrang. Es gibt bislang keine Impfung oder Therapie gegen das Virus. (sb)

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