EHEC: Entwarnung bei Gemüse

Sebastian

EHEC: Entwarnung für Gemüse

14.06.2011

Endlich wurde die EHEC Warnung vor Gurken, Tomaten und Blattsalat aufgehoben. Die Händlernachfrage nach dem gesunden Gemüse erholt sich zunehmend. Während einige weiterhin das Gemüse kritisch beäugen, greifen immer mehr Menschen zu. Klaus Dahmke vom schleswig-holsteinischen Bauernverband zeigte sich erleichtert: „Gemüse wird endlich wieder nachgefragt“. Die Nachfrage hat sich seit dem Wochenende leicht erholt.

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Nachdem sich die Hinweise verdichteten, dass Sprossen für die Verbreitung des gefährlichen EHEC Bakteriums verantwortlich sind, wurde die offizielle Warnung vor Gemüsesorten wie Gurken, Tomaten und Blattsalaten aufgehoben. Nach Angaben des des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ist nach der Entwarnung eine leichte Entspannung am Obst- und Gemüsemarkt zu verzeichnen. Da die Warnung am Pfingstwochenende aufgehoben wurde, konnte der Absatzmarkt nicht mehr angekurbelt werden. Aber dennoch: Viele Verbraucher decken sich mit dem gesunden Gemüse ein. Bei vielen bundesdeutschen Familien gab es endlich wieder den lang ersehnten Gurkensalat.

Bauern fordern Entschädigungen für eingebrochen Absatz
Der Bauernverband forderte nun von der Bundesregierung, eine schnelle und unbürokratische Hilfe für die geschädigten Landwirte umzusetzen. Schließlich seien die Betriebe „unverschuldet in die größte Absatzkatastrophe seit Tschernobyl“ geraten. Insgesamt sei nach Angaben des Verbandes der Absatz um 50 Prozent eingebrochen. Der Verkauf von Gurken, Tomaten und Salaten war für gut 14 Tage fast vollständig eingestellt worden. Weder Einzelhändler noch Verbraucher konsumierten das Gemüse, selbst wenn umfangreiche Proben den EHEC Erreger ausschlossen.

Nach Ansicht der Bauernvertreter seien die in Brüssel ausgehandelten Entschädigungszahlungen viel zu niedrig bemessen worden. Da forderte der Verbandssprecher eine deutliche Aufstockung der Hilfsmittel seitens der EU und des Bundes. Falls die Zahlungen zu gering ausfielen, könnte dies ein schnelles Ende für zahlreiche Erzeugerbetriebe bedeuten. Nur wenn ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden, könnten Gemüseproduzenten sich weiterhin auf dem Markt behaupten. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen litten stark unter der EHEC Warnung. Daher müsse die schwarz-gelbe Koalition Maßnahmen einleiten, um den Gemüsemarkt zu stärken.

Der Bauernverband betonte, man wolle das Vertrauen der Bürger unbedingt zurückgewinnen. Aus diesem Grund wurden rund 2000 Einzelproben veranlasst, um zu beweisen, dass die geernteten Gemüsesorten nicht EHEC kontaminiert sind. Seit Ausbruch der Epidemie sind 35 Menschen an den Folgen der Infektionskrankheit gestorben. Seit einigen Tagen ist die Rate der Neuinfektionen abfallend. Trotzdem sollten die Menschen auf besondere Hygienemaßnahmen wie intensives Händewaschen und adäquates Abputzen der Küchenutensilien achten, wie das Robert-Koch-Institut in Berlin betont. (sb)