EHEC-Infektionen: Erste Anzeichen für Abflauen

Fabian Peters

EHEC-Infektionen: Erste Anzeichen für einen Abflauen in Sicht

03.06.2011

Die Anzahl der EHEC-Neuinfektionen deutet laut Aussage der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie auf ein Abflauen der EHEC-Infektionswelle hin. Zwar seien bisher keine verlässlichen Aussagen über die zukünftige Entwicklung der Infektionen mit dem neuen besonders gefährlichen Erregerstamm der Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) zu treffen, doch erste Anzeichen weisen laut dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie auf eine Abklingen der Infektionswelle hin.

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Nachdem die Zahl der täglich gemeldeten EHEC-Neuinfektionen zwischenzeitig besorgniserregende Ausmaße angenommen hatte, deuten der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) zufolge nun erste Anzeichen auf eine Entspannung hin. „Man hat ein bisschen das Gefühl, dass es etwas abflaut, aber die Zahlen geben das noch nicht eindeutig her“, erklärte Dr. Reinhard Brunkhorst, DGfN-Präsident in Hamburg.

EHEC: Experten hoffen auf weiteren Rückgang der Infektionen
Entwarnung wollte der Experte noch nicht erteilen, denn die Zahl der Neuinfektion war im Verlauf der EHEC-Infektionswelle bereits zuvor leicht zurückgegangen, anschließend jedoch erneut massiv angestiegen. Dr. Brunkhorst hofft, dass sich dieses Mal die Anzeichen eines Abflauens der EHEC-Infektionen in den kommenden Tagen bestätigen werden. Allerdings haben sich dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge in den vergangenen zwei Tagen immer noch 199 Menschen in Deutschland mit dem gefährlichen EHEC-Erreger infiziert. Insgesamt waren laut RKI bisher 1.733 EHEC-Infektionen im Verlauf der aktuellen Krise zu verzeichnen, 17 Patienten in Deutschland und eine Frau in Schweden sind an den Folgen der EHEC-Infektion verstorben. Der neue Erregerstamm ist dabei laut Aussage der Experten äußerst aggressiv und löst relativ häufig die besonders schweren Symptome einer EHEC-Infektion aus. Hierzu zählt vor allem das lebensgefährliche hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), an dem laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutschlandweit bereits 470 Personen im Verlauf der aktuellen EHEC-Infektionswelle erkrankt sind.

Abflauen der EHEC-Infektionen keine Grund zur Entwarnung
Das von der der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie beobachtet Abflauen der EHEC-Neuinfektionen ist jedoch nicht misszuverstehen als Sieg über die gefährlichen Bakterien. Diese sind weiterhin vorhanden und könnten unter gegebenen Umständen jederzeit eine erneute Infektionswelle auslösen. Solange nicht eindeutig geklärt ist, auf welchem Wege die gefährlichen Bakterien zu dem vermehrten Auftreten der EHEC-Infektionen geführt haben und solange keine geeignete Heilungsmethode entwickelt und erprobt wurde, sind die besonders aggressiven EHEC-Erreger des Stammes HUSEC 41 laut Einschätzung der Experten eine nicht zu unterschätzende gesundheitliche Bedrohung. Die Gesundheitsbehörden warnen daher nicht ohne Grund weiterhin vor dem Verzehr von Rohkost aus Tomaten, Salat, Gurken oder Gemüse. Außerdem empfiehlt die WHO die Einhaltung der „normalen Hygienemaßnahmen“, wie regelmäßiges Händewaschen insbesondere nach dem Gang zur Toilette und bei Kontakt mit Lebensmitteln. Explizit warnte die WHO vor den gesundheitlichen Konsequenzen einer EHEC-Infektion und mahnte: „Wer blutigen Durchfall und starke Bauchschmerzen bekommt und sich in jüngster Zeit in Norddeutschland aufgehalten hat, sollte dringend ärztlichen Rat suchen.“ (fp)