Ehrenamtliche Tätigkeit verbessert die psychische Gesundheit im Alter

Wenn Menschen älter werden verringern sich meist ihre sozialen Kontakte zu anderen Menschen. Dadurch kann sich das psychische Wohlbefinden des Betroffenen verschlechtern. Das Aufnehmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit kann gerade älteren Menschen dabei helfen ihre psychische Gesundheit zu verbessern und sozialer Isolation zu entkommen. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)
Alexander Stindt
Menschen ab vierzig Jahren profitieren stark von ehrenamtlicher Arbeit
Gerade im Alter verschlechtert sich die psychische Gesundheit bei den meisten Menschen. Forscher fanden jetzt aber einen einfachen und kostenlosen Weg, um unser Wohlbefinden zu verbessern und unsere Psyche zu stärken. Wenn ältere Menschen sich zu freiwilliger ehrenamtlicher Arbeit melden, kann dies zu einer verbesserten psychischen Gesundheit und zu besserem Wohlbefinden führen.

Wissenschaftler von der University of Southampton und der University of Birmingham stellten jetzt bei einer Untersuchung fest, dass freiwillige oder ehrenamtliche Arbeit bei älteren Menschen zu einer Verbesserung des Wohlbefindens und besserer psychischer Gesundheit führt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der medizinischen Fachzeitschrift „BMJ Open“.

Wenn Menschen älter werden, verringern sich meist ihre sozialen Kontakte zu anderen Menschen. Dadurch kann sich das psychische Wohlbefinden der Betroffenen verschlechtern. Das Aufnehmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit kann gerade älteren Menschen dabei helfen, ihre psychische Gesundheit zu verbessern und sozialer Isolation zu entkommen. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)
Wenn Menschen älter werden, verringern sich meist ihre sozialen Kontakte zu anderen Menschen. Dadurch kann sich das psychische Wohlbefinden des Betroffenen verschlechtern. Das Aufnehmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit kann gerade älteren Menschen dabei helfen, ihre psychische Gesundheit zu verbessern und sozialer Isolation zu entkommen. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Ehrenamtliche Tätigkeiten verbessern Ihr Wohlbefinden
Wollen Sie Ihr Wohlbefinden und Ihre psychische Gesundheit verbessern? Dann sollten Sie über eine freiwillige ehrenamtliche Arbeit nachdenken. Allerdings profitieren Sie nur vom positiven Effekt dieser Tätigkeit, wenn Sie bereits über vierzig Jahre alt sind, sagen die Mediziner. Die Ergebnisse der neuen Studie weisen darauf hin, dass die Notwendigkeit besteht, Menschen mittleren Alters und ältere Menschen mehr bei ehrenamtlichen Tätigkeiten einzubinden, erläutern die Autoren weiter.

Studie wertet die Daten einer britischen Umfrage aus
Die Grundlage der neuen Studie war eine ältere Umfrage, welche zwischen den Jahren 1991 und 2008 durchgeführt wurde. Die Forscher haben für ihre Untersuchung die Antworten von mehr als 66.000 britischen Erwachsenen analysiert. Die Umfrage hatte damals eine Reihe von Fragen zu Freizeitaktivitäten umfasst. Dazu gehörte auch die Angabe von freiwilligen oder ehrenamtlichen Aktivitäten, erläutern die Autoren.

Wissenschaftler errechnen GHQ-12-Wert der Probanden
Rund 21 Prozent der befragten Personen gaben an, dass sie durchaus dazu geneigt wären, eine Art der sogenannten ehrenamtlichen Aktivität durchzuführen, erklären die Wissenschaftler. Es war auffällig, dass Frauen generell öfter eine freiwillige Tätigkeit aufnehmen wollten als Männer, sagen die Mediziner. Die Wissenschaftler errechneten mit der Hilfe der Antworten den sogenannten GHQ-12-Wert. Dieser misst die psychische Gesundheit und das emotionale Wohlbefinden, fügen die Experten hinzu.

Freiwillig oder ehrenamtlich arbeitende Menschen hatten den besten GHQ-Wert
Bei den Teilnehmern war während der Untersuchung klar zu erkennen, dass durchschnittlich der beste (niedrigste) GHQ-Wert bei Menschen vorlag, die häufig als freiwillige oder ehrenamtliche Helfer beschäftigt waren. Die schlechtesten (höchsten) Werte in der Untersuchung zeigten nie freiwillig arbeitende Menschen, fügten die Wissenschaftler hinzu.

Positive Auswirkung von ehrenamtlicher Arbeit beginnt mit vierzig Jahren
Als das Forschungsteam das Alter der Probanden mit einbezog, wurde die positive Assoziation zwischen dem freiwilligen Engagement und der guten psychischen Gesundheit und dem emotionalen Wohlbefinden klar. Der Effekt begann ab einem Alter von vierzig Jahren und zog sich bis ins hohe Alter von achtzig oder mehr Jahren, erklären die Wissenschaftler.

Ehrenamtliche Arbeit könnte eine schützende Wirkung auf den Gesundheitszustand haben
Freiwillige oder ehrenamtliche Arbeit könnte Betroffenen mehr Möglichkeiten für vorteilhafte Aktivitäten und soziale Kontakte bieten. Dies könnte wiederum eine schützende Wirkung auf den Gesundheitszustand haben, erläutert die Autorin Dr. Faiza Tabassum von der University of Southampton. Gerade mit zunehmender Alterung der Bevölkerung ist es dringend notwendig, eine effektive Gesundheitsförderung für das letzte Drittel unseres Lebens zu entwickeln. So können dann ältere Menschen ihr Leben gesünder und zufriedener führen, erklären die Wissenschaftler.

Ehrenamtliche Arbeit hilft älteren Menschen soziale Netzwerke aufrecht zu erhalten
Wenn Menschen niemals freiwilliger Arbeit nachgegangen sind, befand sich ihr emotionales Wohlbefinden meist auf den unteren Ebenen der Skala. Dieser Zustand begann im mittleren Alter und ging weit bis ins hohe Alter, verglichen mit Menschen die ehrenamtlicher Arbeit nachgingen. Ehrenamtliche Arbeit hilft den Menschen dabei, ihre sozialen Netzwerke aufrecht zu erhalten. Dies gilt besonders für ältere Menschen, welche oft in sozialer Isolation leben, erläutert Dr. Tabassum. Auch nach der Berücksichtigung einer Reihe von potenziellen Einflussfaktoren, einschließlich dem Familienstand, dem Bildungsniveau und der sozialen Klasse konnten die positiven Auswirkungen der ehrenamtlichen Arbeit bestätigt werden, sagen die Wissenschaftler.

Alle Menschen sollten die Möglichkeit haben, eine ehrenamtliche Tätigkeit durchzuführen
Es ist nicht immer für jeden Menschen möglich, eine ehrenamtliche Tätigkeit aufzunehmen. Die Verteilung dieser Tätigkeiten von ehrenamtlichen Organisationen führt dazu, dass die Möglichkeit einer Teilnahme nicht immer und überall zu Verfügung steht, erklärt der Autor Professor John Mohan von der University of Birmingham in einer Pressemitteilung. Die Ergebnisse der Studie legen allerdings nahe, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf die positiven Auswirkungen von der Ausführung einer ehrenamtlichen Tätigkeit richten sollten. Freiwilliges Engagement hat für alle einen Nutzen, für die Empfänger also auch für die ehrenamtlichen Helfer, sagen die Mediziner. (as)

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