Eichenprozessionsspinner eine Gesundheitsgefahr

Fabian Peters

Eichenprozessionsspinner insbesondere für Allergiker gefährlich

19.04.2011

Die Raupen der Eichenprozessionsspinner sind wieder unterwegs. Die warme Wetterlage der vergangenen Wochen begünstigt das Wachstum der Raupen, so dass sich die vor allem für Allergiker gefährlichen Tiere derzeit massiv vermehren, warnen die Gesundheitsbehörden deutschlandweit.

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Die feinen Härchen der Eichenprozessionsspinner können bei Hautkontakt oder beim Einatmen heftige allergische Reaktionen auslösen, so dass die massive Verbreitung der Schädlinge nicht nur eine Gefahr für Eichen darstellt, deren Blätter die gefräßigen Raupen nahezu vollständig vernichten, sondern auch für Menschen. Insbesondere Allergiker sollten vorsichtig seien, denn es drohen heftige allergische Reaktionen mit wochenlangem Juckreiz bis hin zu anaphylaktischen Schocks.

Heftige toxische Reaktionen bei Kontakt mit den Raupen
Die Raupen der Eichenprozessionsspinner lassen sich in sogenannten Gespinsten in den Bäumen nieder und fressen sich durch das Blattwerk. Durch feine giftige Härchen schützen sich die Tiere vor möglichen Angreifern, doch diese Brennhaare können beim Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen. So droht bei direktem Hautkontakt mit den Härchen die sogenannte Raupendermatitis. Das in den Brennhaaren der Raupen enthaltene Thaumetopoein löst dabei schmerzhafte toxische Reaktionen auf der Haut aus. Bei Wind können die feinen Brennhaare der Raupen auch durch die Luft verbreitet werden und so nicht nur in Kontakt mit der Haut kommen, sondern tief in die Atemwege eindringen, wo sie ebenfalls allergische Reaktionen bis hin zu asthmatischen Schüben auslösen können.

Brennhaare der Eichenprozessionsspinner werden in der Umwelt kumuliert
Um der Verbreitung der Eichenprozessionsspinner in den Städten Einhalt zu gebieten, habe sich mehrere Städte wie beispielsweise Frankfurt (am Main) zur Bekämpfung der Schädlinge mit Hilfe biologischer Insektizide entschieden. In der kommenden Woche sollen Hubschrauber gut 150 Hektar Stadtwald mit dem biologischen Insektizid besprühen, außerdem erfolge ein Bekämpfung vom Boden aus, erklärte das Umweltamt in Frankfurt. Doch die gesundheitliche Gefahr geht nicht nur von den Raupen direkt aus, sondern auch von den Gespinsten. Diese enthalten nach der Verpuppung der Raupen die alten Larvenhäute und weisen noch lange eine hohe Konzentration der Brennhaare auf. So stellen alte Gespinste nach Aussage der Experten eine anhaltende Gefahrenquelle dar und weil die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit aufweisen, werden diese über Jahre in der Umgebung kumuliert – mit entsprechenden negativen Auswirkungen für Allergiker. (fp)

Bild: Raupendermatitis (Lepidopterismus) durch Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) en: caterpillar dermatitis (lepidopterism) caused by Oak Processionary (Thaumetopoea processionea), Foto: Daniel Ullrich. Lizens: released in the GFDL and CC-by-sa-2.0-de by Daniel Ullrich.