Ein Großteil der Deutschen fragt bei Krankheiten „Dr. Google“

Alfred Domke
Ratgeber bei medizinischen Fragen: Deutsche suchen bei „Dr. Google“
Worauf könnten die stechenden Bauchschmerzen hindeuten? Welches Hausmittel gegen Verstopfung ist das beste? Was ist eigentlich Mukoviszidose? Bei Fragen wie diesen wenden sich die meisten Deutschen an „Dr. Google“. Dies zeigt auch eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse.

Erste Anlaufstelle bei Gesundheitsrecherche
Für viele Menschen ist „Dr. Google“ meist die erste Anlaufstelle bei der Gesundheitsrecherche. Dies zeigt auch eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Demnach haben 73 Prozent der Deutschen im Internet schon einmal nach Informationen zu einer Krankheit beziehungsweise nach Symptomen, Verlauf oder Behandlungsmöglichkeiten gesucht.

Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, nutzen rund drei Viertel der Deutschen das Internet bei der Gesundheitsrecherche. "Dr. Google" kann aber keinen Arzt ersetzen. (Bild: lovegtr35/fotolia.com)
Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, nutzen rund drei Viertel der Deutschen das Internet bei der Gesundheitsrecherche. „Dr. Google“ kann aber keinen Arzt ersetzen. (Bild: lovegtr35/fotolia.com)

Kritisch mit Informationen umgehen
Problematisch wird dies, wenn Nutzer bei der Suche im Internet nicht kritisch genug mit den Informationen umgehen. Experten warnen in diesem Zusammenhang immer wieder vor Eigen-Diagnosen im Internet. Laut Fachleuten sollte man sich beim Krankheiten googeln nie auf nur eine Quelle verlassen. Außerdem sollten die Rechercheergebnisse im Normalfall lediglich als Ergänzung zum fachlichen Rat des Arztes betrachtet werden.

Mit Rechercheergebnissen zufrieden
Ivonne Marx vom KKH-Serviceteam in Bonn sagte in einer Mitteilung der Kasse: „Viele Menschen sind offensichtlich stark daran interessiert, sich im Internet auch als Laie ein gewisses medizinisches Wissen anzueignen.“ Die meisten Befragten sind mit dem Ergebnis ihrer Recherche zufrieden. So finden 76 Prozent die Informationen zur gesuchten Krankheit hilfreich.

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Man kann leicht zum Hypochonder werden
Allerdings äußerten sich viele Befragte trotz dieser Erfahrungen generell auch skeptisch gegenüber Informationen über Krankheiten im Internet. Von den 1.015 befragten Personen zwischen 18 und 70 Jahren vertreten 77 Prozent die Auffassung, dass Laien durch die vielen Informationen über Krankheiten im Internet eher verunsichert werden. 62 Prozent befürchten demnach, man werde leicht zum Hypochonder, wenn man im Internet lange genug zu Krankheiten recherchiere.

Nicht dauernd durch Schreckensmeldungen klicken
„Seriöse Quellen im Internet ersetzen zwar nicht den Arzt, können aber eine erste Anlaufstelle sein“, so Marx. „Wichtig ist, sich auf einige wenige professionelle Seiten zu beschränken und sich nicht stundenlang durch subjektive Foren-Beiträge und Schreckensmeldungen zu klicken.“ (ad)