Ein kurzer Spaziergang verbessert das seelische Wohlbefinden

Alexander Stindt
Kurze gemütliche Spaziergänge führen zu einer Verbesserung der Stimmung
Viele Menschen leiden unter Stress und einem beeinträchtigten Wohlbefindens. Nicht selten suchen sich Betroffene professionelle Hilfe für ihre Behandlung. Forscher fanden heraus, dass ein gemütlicher Spaziergang, gerade bei an den Schreibtisch gebundenen Beschäftigten, erfolgreich das Wohlbefinden der Betroffenen verbessert und so beispielsweise Depressionen verhindern kann.

Die Wissenschaftler der University of Connecticut stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass ein kurzer Spaziergang genauso erfolgreich bei der Aufrechterhaltung des persönlichen Wohlbefindens ist, wie regelmäßiges Joggen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Health Psychology“.

Viele Menschen in der heutigen Gesellschaft gehen einer Arbeit nach, bei der sie die ganze Zeit im Büro sitzen. Durch das ganztägige Sitzen und fehlende Bewegung werden das Wohlbefinden und die körperliche Fitness negativ beeinflusst. Mediziner stellten fest, dass bereits ein langsamer und kurzer Spaziergang zu einer erheblichen Verbesserung des Wohlbefindens führen kann. (Foto: Robert Kneschke/fotolia.com)

Im Büro arbeitende Menschen sollten öfter mal einen Spaziergang machen
Wenn Menschen den ganzen Tag sitzend in einem Büro ihrer Arbeit nachgehen, sinkt dadurch häufig ihr Wohlbefinden. Aber bereits leichte körperliche Betätigung scheint dazu beizutragen, dass das menschliche Wohlbefinden wieder verbessert wird, sagen die Experten. Die Folgen seien vergleichbar mit den positiven Auswirkungen von Übungen wie Joggen oder schnellerem Gehen.

Körperliche Aktivität verbessert das Wohlbefinden
Die Forscher der University of Connecticut fanden heraus, dass die körperliche Aktivität bei Menschen das Gefühl des Wohlbefindens verbessert. Unterschiedliche Intensitäten der körperlichen Aktivität waren allerdings vorteilhafter für einige bestimmte Menschen. Eine leichte und mäßige körperliche Aktivität fördert bei manchen Menschen eindeutig das Wohlbefinden. Es gab allerdings keine positive oder negative Assoziation zwischen einer hohen Intensität von körperliche Aktivität und einem subjektiven Wohlbefinden, sagen die Wissenschaftler.

Was beinhaltet leichte körperliche Aktivität?
Leichte körperliche Aktivität wurde als das Äquivalent von einem gemütlichen Spaziergang ohne spürbare Erhöhung der Atmung, Herzfrequenz oder Schwitzen eingestuft, erklären die Autoren der Studie. Moderate Aktivität sei gleichbedeutend mit einem schnelleren Spaziergang von etwa 15 bis 20 Minuten, mit einer Erhöhung der Atmung, Herzfrequenz und Schwitzen. Betroffene sind dabei aber immer noch in der Lage eine Konversation zu führen. Eine sogenannte starke Aktivität ist gleichbedeutend mit einem sehr schnellem, ausgeprägten Spaziergang oder dem Joggen von einer Meile in 13 Minuten, sagen die Forscher. Dabei entstehe eine spürbaren Zunahme der Atmung, Herzfrequenz und des Schwitzens bis zu dem Punkt, an dem die Betroffenen nicht mehr in der Lage waren ein Gespräch zu führen.

Mediziner untersuchen über 400 Probanden
Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studie 419 gesunde Erwachsene im mittleren Alter. Die Probanden trugen dafür Beschleunigungsmesser an ihren Hüften, um die körperliche Aktivität über einen Zeitraum von vier Tagen zu verfolgen. Die Teilnehmer mussten eine Reihe von Fragebögen über ihre täglichen Übungs- und Aktivitätsgewohnheiten und ihr psychische Wohlbefinden ausfüllen.

Wenig Aktivität ist besser als überhaupt keine Aktivität
Die Auswirkungen der körperlichen Aktivität auf das subjektive Wohlbefinden sind äußerst interessant. Aber wie viel Aktivität ist am besten für den Menschen? Grundsätzlich gilt: Jede Form von Aktivität ist besser als überhaupt nichts zu tun, betont der Autor Gregory Panza von der University of Connecticut.

Leichte oder mäßige Intensität von körperlicher Aktivität bringt den größten Vorteil
Wir hoffen, dass diese Forschung den Menschen dabei hilft, ein höheres Niveau des subjektiven Wohlbefindens zu erreichen, erklärt der Studienautor weiter. Menschen ohne jegliche körperliche Aktivität müssen darüber informiert werden, wie bereits geringe körperliche Übung das Wohlbefinden verbessern kann. Für körperlich inaktive Person sind die Ergebnisse der Studie sogar noch vielversprechender, weil sie zeigen, dass hartes körperliches Training zur Verbesserung des Wohlbefindens nicht unbedingt nötig ist. Stattdessen zeigen die aktuellen Ergebnisse, dass leichte oder mäßige Intensität von körperlicher Aktivität zu der größten Verbesserung des Wohlbefindens führt, erläutert der Forscher.

Alle Probanden berichteten über eine Verbesserung des Wohlbefindens
Die Verbindung zwischen verschiedenen Arten, Dosen und Intensitäten der körperlichen Aktivität auf das Wohlbefinden ist ein sehr wichtiger Schritt bei der Förderung der allgemeinen körperlichen Aktivität. „Hoffentlich führt die Studie dazu, dass mehr inaktive Menschen mit der Hilfe von körperlicher Übung ihr Wohlbefinden verbessern“, so das Fazit der Wissenschaftler. Alle Probanden, welche an der Studie der University of Connecticut teilgenommen hatten, berichteten über eine positive Veränderung des Wohlbefindens und eine allgemein gesteigerte körperliche Aktivität. (as)