Ein veganer Rundgang durch die Universitätsstadt

Heilpraxisnet

Ein veganer Streifzug durch die Gießener Studie-Gesellschaft

05.08.2013

Vegetarische Ernährung ist in unserer Gesellschaft heutzutage kaum noch etwas außergewöhnliches. Nach Schätzungen des Vegetarier Bundes Deutschland (VEBU) verzichten acht bis neun Prozent der Bevölkerung auf Fleisch und Fischprodukte. Jahr 2008 ernährten sich in Deutschland etwa 0,1 % der Bevölkerung vegan. Also ohne Milchprodukte, Eier und Honig. Insgesamt liegt der Anteil unter 80.000 Menschen.

Vor drei Jahre hat sich auch Maria dazu entschieden Maria. Den Auslöser beschreibt sie wie folgt: „Ich wollte nicht, dass Tiere für mein Essen leiden und sterben. Ich dachte damals, das sei gar nicht so gesund. Aber dann habe ich mich genauer informiert und habe ganz viele Gründe gefunden, die dafür sprechen, auf tierische Produkte zu verzichten. Es tut der Gesundheit gut und durch eine pflanzliche Ernährung können wir den Welthunger bekämpfen und etwas für den Klimaschutz tun.“

Ihren Sohn lässt die 41-jährige alleinerziehende Mutter aber essen, was er möchte. Die einzige Einschränkung: Zu Hause soll kein Fleisch zubereitet werden. Die Beweggründe von Thomas waren neben den moralischen Aspekten vor allem auch die persönliche Erkenntnis: „Ich wollte einfach mal selbst ausprobieren, wie es ist, sich ohne tierische Produkte zu ernähren, inwiefern man es als Einschränkung empfindet und was es im Körper bewirkt.“ Er sähe sich weniger als ‘Veganer’, sondern eher als ernährungsbewussten Menschen. In den acht Wochen, in denen er sich nun vegan ernährt, habe er sehr viel über Ernährung gelernt. „Ich fühle mich auch sonst unerwartet gut. Gerade vorgestern habe ich sogar meine Bestzeit auf der Langstrecke unterboten“, erzählt der 23-jährige Student.

Vegetarische und Vegane Ernährung ist auf dem Vormarsch
Seit nunmehr zwei Jahren gibt es in der Gießener Mensa dienstags und donnerstags den Veggie-Tag. Die Nachfrage nach vegetarischen und veganen Gerichten scheint zu steigen.

Gunnar Meister, Leiter der Mensen, sagt:„Von den drei Gerichten haben wir die vegetarische Alternative in eine vegane verwandelt.Wir bekamen viele Anfragen seitens der Studierenden. Immerhin gibt es ja hier den Studiengang Ökotrophologie, da beschäftigen sich viele mit Ernährung und haben bestimmte Ansprüche“. Viel positive Resonanz hätte es auf den Veggie-Tag gegeben. Von Leuten, die sich vegan ernähren, aber auch von anderen, die die Gerichte einfach Mal probieren. „Der Renner sind Süßkartoffelplätzchen oder das Süßkartoffelcurry“. Mit Statistiken kennt er sich aus.

„Wir gehen von 0,5 bis 1 Prozent veganen Studierenden aus, dabei nutzen etwa 15 bis 30 Prozent die veganen Gerichte.“ auch mittwochs gibt es mittlerweile ein veganes Gericht. An den anderen Tagen können sich Veganer mit Beilagen, Salaten oder an der Nudeltheke in der Vital-Mensa verköstigen.

Auch Imbisse und Gaststätten erweitern immer mehr ihre vegetarische und vegane Auswahl. Im Juli 2012 hat sogar ein veganes Restaurant eröffnet. "Vollwert-S" ist der Name und die menschliche Gesundheit steht hier im Mittelpunkt. „Unser Essen ist vollwertig, bio und vegan, das sind die drei Grundsätze, nach denen wir unser Angebot gestalten“, sagt Reinhard Storch, einer von drei Betreibern des Restaurants.

Die Filiale gehört der Sabbatruhe-Advent-Gemeinschaft an und setzt auf christliche Werte. „Der Respekt vor der Natur und dem Leben ist ganz wichtig. Auch in biblischen Zeiten hat man Tiere gegessen, aber heutzutage ist die Tierhaltung nicht mehr zu vertreten“, gibt Uta Dura an. Die zweite Person des Dreierteams. Rahel Gläser ergänzt: „Tierschützern geht es darum, das Tier zu schützen, uns geht es vor allem darum, die Gesundheit des Menschen zu schützen.“ (fr)

Bild: twinlili / pixelio.de