Eine Mehrheit wünscht sich weniger Stress

Sebastian

Die Deutschen wünschen sich als guten Vorsatz für das neue Jahr vor allem weniger Stress und mehr Erholung.

31.12.2010

Laut einer Umfrage der Krankenkasse DAK wünschen sich die Bundesbürger für das kommende Jahr vor allem weniger Stress. Rund 59 Prozent der Befragten gaben an, für das Jahr 2011 sich vor allem mehr Entspannung und weniger Stress zu wünschen.

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Das Jahr 2010 hat offenbar viele Menschen sehr belastet. Die Wirtschafts- und Finanzkrise, eine unsichere Arbeitssituation oder der immer höher werdende gesellschaftliche Leistungsdruck veranlasst eine Mehrheit der DAK-Umfrageteilnehmer den Neujahrswunsch nach weniger Stress und nach mehr Erholung zu äußern. Laut dem aktuell veröffentlichten Gesundheitsbarometer „Gute Vorsätze für 2011“ seien vor allem Familien „so unter Strom, dass sich zwei Drittel von ihnen gezielt mehr Entspannung für das kommende Jahr vorgenommen haben“.

Insgesamt 59 Prozent der rund 3000 Teilnehmer gaben an, sich im Hinblick auf das kommende Jahr 2011 weniger Stress zu wünschen. Am häufigsten wünschten sich Familien mit minderjährigen Kindern weniger Stresssituationen. Hier wünschten sich eine wesentlich ruhigere Zeit etwa 68 Prozent. Der DAK-Psychologe glaubt, dass die Vereinbarkeit Job und Familie für viele immer schwieriger wird. So sagte Dipl. Psychologe Frank Meiners: „Die Anforderungen in Job, Familie und Haushalt parallel zu meistern ist oft mit dauerhaftem Stress verbunden.“

Junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Lebensjahren wünschen sich für das Jahr 2011 überdurchschnittlich mehr Zeit für die Familie und soziale Kontakte. Zudem nehmen sich vor allem junge Menschen vor, mehr Sport zu treiben, eine gesündere Ernährung einzuhalten, weniger Fernsehen zu schauen und sparsamer zu leben. Doch die guten Vorsätze sind zumeist nicht von langer Dauer. Laut der DAK Erhebung halten die guten Vorsätze gerade einmal im Schnitt drei Monate an. Nur ältere Menschen ab 60 Jahren sind bei den Vorsätzen weit aus konsequenter. Hier halten etwa 56 Prozent der Befragten ihre guten Vorsätze auch längerfristig ein. Auch Frauen sind wahrscheinlich etwa willensstärker als Männer. Während 47 Prozent ihre Wünsche auch tatsächlich umsetzen, sind es bei den Frauen etwa 52 Prozent. Auch im Ländervergleich gibt es einige Unterschiede. Bundesweit betrachtet, liegen hier die Brandenburger mit 60 Prozent mit ihrer Willenskraft vorn. Schlusslichter sind die Sachsen. Von ihnen halten sich nur 37 Prozent längere Zeit an die „guten Vorsätze für das neue Jahr“.

Die 10 häufigsten genannten persönlichen Neujahrswünsche:
1. Stress vermeiden oder abbauen (59 Prozent)
2. Mehr Zeit für Familie / Freunde (56 Prozent)
3. Mehr bewegen/Sport (52 Prozent)
4. Mehr Zeit für mich selbst (49 Prozent)
5. Gesünder ernähren (44 Prozent)
6. Abnehmen (34 Prozent)
7. Sparsamer sein (32Prozent)
8. Weniger fernsehen (18 Prozent)
9. Weniger Alkohol trinken (14 Prozent)
10. Rauchen aufgeben (12 Prozent)

Um den persönlichen Neujahrswunsch auch wirklich umsetzen zu können, rät der Diplom-Psychologe Meiners sich lieber weniger Ziele vorzunehmen: „Weniger ist mehr. Setzen Sie sich wenige, aber realistische Ziele fürs neue Jahr. Auch ‚Rückfälle‘ sollten Sie einkalkulieren und sportlich nehmen. Kleinere Etappenziele sind auch oft hilfreich. Denn ist das Ziel zu hoch gesteckt, ist der Frust meist groß, wenn es nicht erreicht wird.“

Weit abgeschlagen in der Umfragestatistik sind die klassischen Wünsche nach mehr Geld, weniger Alkohol und Rauchstopp. Mit dem Rauchen aufgeben wollen nur noch 12 Prozent. Weniger Alkoholtrinken hingen 14 Prozent. Allerdings ist dabei zu beachten, dass seit einigen Jahren immer weniger junge Menschen überhaupt mit dem Rauchen beginnen. An den insgesamt zwei Umfragestudien des Forsa-Instituts nahmen rund 4000 Menschen bundesweit teil. Die Umfrage wurde im Auftrag der gesetzlichen Krankenkasse DAK durchgeführt. (sb)