Einfache Tipps um Schlafstörungen zu vermeiden

Fabian Peters

Schlafstörungen mit einfachen Tricks vermeiden

21.02.2012

Schlafstörungen können viele Ursachen haben. Sowohl krankheitsbedingte Faktoren als auch übermäßiger Stress und erhöhte psychische Belastungen spielen hierbei oftmals eine wesentliche Rolle. Die psychisch bedingten Schlafstörungen äußern sich meist in erheblichen Schwierigkeiten beim Einschlafen. Der Kopf lässt sich einfach nicht abschalten und die Gedanken kreisen unentwegt.

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Hier können schon simple Tricks helfen, um die Einschlafprobleme zu überwinden, erklärte der Karrierecoach Sebastian Mauritz gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Ein relativ einfaches Konzept zur Behebung von Schlafstörungen hatten US-Forscher um Daniel Buysse von der Universität Pittsburgh bereits im vergangenen Jahr vorgestellt. Besonders wichtig sind demnach vier Grundregeln der sogenannten Schlafhygiene: Nur bei Müdigkeit ins Bett gehen, das Bett nur zum Schlafen nutzen (kein Fernsehen oder Lesen), morgens möglichst immer zur gleichen Zeit aufstehen und die Bettzeiten reduzieren.

Notizbuch neben dem Bett kann Einschlafprobleme lindern
Eine weitere Maßnahme, die insbesondere bei stressbedingten Einschlafstörungen helfen soll, ist laut Aussage von Sebastian Mauritz, die Platzierung eines Notizbuches neben dem Bett. Betroffene seien nach dem Aufschreiben ihrer Gedanken entspannter und der Kopf könne endlich abschalten, da dem Unterbewusstsein signalisiert werde, dass „die Gedanken nicht vergessen, sondern in dem Notizbuch gespeichert“ sind, erläuterte Mauritz. Unabhängig davon, ob sich die Gedanken eher um den beruflichen Alltag oder persönliche Probleme drehen, sollten sämtliche „Gedanken, die einem am Abend im Kopf herumkreisen“ in dem Notizbuch aufgeschrieben werden, so die Aussage des Karrierecoachs. Besonders häufig hätten Menschen Einschlafprobleme, weil sie ihr Beruf bis ins Bett verfolgt und sie den Arbeitstag vor dem Einschlafen noch einmal durchgehen. Auf diese Weise komme der Kopf jedoch nicht zur Ruhe. Die Betroffenen liegen mitunter für Stunden wach und grübeln. An Einschlafen ist für sie nicht mehr zu denken. Hier bietet das Notizbuch theoretisch eine gute Möglichkeit die Gedanken aus dem Kopf zu verbannen, vorausgesetzt die Betroffenen sind anschließend nicht die ganze Nacht damit beschäftigt, ihr Notizbuch zu füllen.

Grundregeln der Schlafhygiene beachten
Die von den US-Forschern bereits im vergangenen Jahr wissenschaftlich untersuchten Grundregeln der Schlafhygiene, spiegeln sich ebenfalls in den Tipps von Sebastian Mauritz wider. So betonte auch der Karrierecoach, dass das Schlafzimmer ausschließlich zum Schlafen genutzt werden sollte, was „zunächst recht simpel“ klinge. Doch laut Sebastian Mauritz halten sich „viele Menschen nicht daran.“ So würde im Schlafzimmer ferngesehen, das Abendbrot gegessen oder die Beziehung mit dem Partner diskutiert. Infolgedessen kommen Körper und Geist nicht zur Ruhe, was bei den Betroffenen erhebliche Einschlafprobleme verursachen kann, erläuterte der Experte. Als Ursache nennt Mauritz die Wirkung auf das Unterbewusstsein. Denn hier werden die Situationen gespeichert und dem Körper sei nicht mehr klar, dass er mit dem zu Bett gehen eigentlich zur Ruhe kommen sollte. Stattdessen löse zum Beispiel die Erwartung von anstrengenden Diskussionen mit dem Partner unterbewusst möglicherweise sogar Stress aus. Sebastian Mauritz rät daher, die Streitereien ebenso wie das Essen an den Küchentisch zu verlagern und den Fernseher aus dem Schlafzimmer zu verbannen. So werde auch dem Unterbewusstsein klar, dass im Schlafzimmer Bettruhe herrscht und die Zeit zum Schlafen gekommen ist. Bei krankheitsbedingten beziehungsweise durch Schmerzen (zum Beispiel Rückenschmerzen) bedingten Schlafstörungen können die Hinweise des Karrierecoachs jedoch keine Hilfestellung bieten.

Behandlung von Schlafstörungen in der Naturheilkunde
In der Naturheilkunde kommen zur Behandlung von Schlafstörung oftmals pflanzliche Wirkstoffe wie beispielsweise Baldrian (Valeriana officinalis) zum Einsatz, denen unter anderem eine beruhigende Wirkung auf den Gehirnstoffwechsel nachgesagt wird. So berichtet das Komitee Forschung Naturmedizin e.V. schon vor Jahren von einem schlaffördernden Wirkprinzip der Baldrianwurzel. Demnach enthält die Pflanze ein hydrophiles Lignan, das im Gehirn an den sogenannten Adenosin-1-Rezeptor andockt, welcher als wichtigster Faktor bei der Steuerung des Wach-Schlafrhythmus gilt. Auf diese Weise entfalte Baldrian eine vergleichbare Wirkung wie synthetische Schlafmittel, kommt jedoch ohne entsprechende Nebenwirkungen aus. Als einzigen Nachteil des pflanzlichen Wirkstoffs beschreibt das Komitee Forschung Naturmedizin den benötigten Vorlauf von einigen Tagen, der erforderlich ist, bevor Baldrian seine vollständige Wirkung entfalten kann. Wenn also die Tipps der Experten zur Einhaltung der Schlafhygiene nicht weiterhelfen, kann auch auf pflanzlicher Basis eine Therapie der Schlafstörungen erfolgen. (fp)