Elektrische Zigarette mit krebserzeugenden Stoffen

Astrid Goldmayer

Elektrische Zigarette enthält krebserzeugende Substanzen

01.12.2011

Entgegen der bisherigen Annahme geht von E-Zigaretten nicht nur für die Raucher sondern auch für deren Umfeld möglicherweise ein deutliches Gesundheitsrisiko aus. Dies berichtet das Deutsche Krebsforschungszentrum auf Basis einer Studie von US-Wissenschaftlern, die zahlreiche gefährliche Inhaltsstoffe in den Konzentraten der E-Zigarette nachgewiesen haben.

Im Rahmen der 9. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg warnen Forscher vor den Risiken der Elektrischen Zigarette. Bisher galt die sogenannte E-Zigarette als unbedenkliche Alternative zur herkömmlichen Zigarette. Forscher weisen jedoch eindringlich darauf hin, dass die Zusammensetzung der Aerosole, die beim Rauchen der E-Zigarette entstehen, noch nicht geklärt ist. US-amerikanische Wissenschaftler konnten darüber hinaus krebserzeugende Substanzen, sogenannte tabakspezifische Nitrosamine, in einigen Flüssigkeiten von E-Zigaretten nachweisen.

E-Zigarette bis ins Detail der herkömmlichen Zigarette nachempfunden
Optisch ist die E-Zigarette einer herkömmlichen Zigarette sehr ähnlich. Das Funktionsprinzip weicht jedoch ab. Während bei der herkömmlichen Zigarette Tabak verbrannt wird, verdampft in der E-Zigarette flüssiges Nikotin-Konzentrat, das anschließend inhaliert wird. Der Geschmack wird mittels Aromastoffen simuliert. Dank einer Leuchtdiode leuchtet die „Glut“ der E-Zigarette, um Rauchern ein möglichst originalgetreues Rauchgefühl zu vermitteln.

Krebsforscherin Pötschke-Langer vom DKFZ warnt: "E-Zigaretten sind keine unbedenkliche Alternative." Das in der Flüssigkeit der E-Zigaretten enthaltene Propylenglykol ist atmenwegsreizend und steht in dem Verdacht Allergien auszulösen. Die ungeklärte Zusammensetzung der feinen Aerosole, die beim Rauchen abgegeben werden, sowie die Entdeckung der krebserzeugenden Nitrosamine, macht die elektrische Zigarette zu einem Risiko für Raucher und möglicherweise auch für Passivraucher. Als Vorteil gegenüber herkömmlichen Zigaretten kann der Umstand angeführt werden, dass beim Rauchen von E-Zigaretten kein Tabak in die Lunge gelangt. Ob dieser Vorteil die anderen Risikofaktoren aufwiegt, muss in weiteren Untersuchungen geklärt werden.

E-Zigarette bei der Bahn verboten
Laut DKFZ sollten E-Zigaretten nicht frei verkäuflich sein. Das DKFZ rät dringend davon ab, das Rauchen von E-Zigaretten in Büros oder Gaststätten zu erlauben, da die Datenlage noch ungeklärt sei. Verbraucher könnten deshalb nicht davon ausgehen, dass die E-Zigarette gesundheitlich unbedenklich ist. Lufthansa und die Deutsche Bahn haben reagiert: Bei ihnen ist die E-Zigarette verboten. (ag)

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