Elektronische Gesundheitskarte bei der AOK Plus

Fabian Peters

AOK Plus führt Elektronische Gesundheitskarte ein

15.08.2011

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) schreitet voran. In den nächsten Monaten soll die eGK nach den Plänen des Gesetzgebers schrittweise die bisherige Krankenversicherungskarten ablösen. Bereits Anfang des Jahres hatten sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der Spitzenverband Bund der gesetzlichen Krankenversicherung auf ein Verfahren zur Einführung der eGK geeinigt.

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Die neue elektronische Gesundheitskarte soll einen deutlich besseren Schutz vor Missbrauch bieten und zum Beispiel auch die Speicherung von Notfalldaten ermöglichen, so die Argumentation für die Einführung der eGK. Die neue Karte wird unter anderem ein Foto des Versicherten enthalten, wofür die AOK PLUS derzeit von den Versicherten die Einreichung entsprechender Passbilder fordert. Seit heute verschickt die AOK PLUS in Sachsen und Thüringen erste Schreiben an ihre Versicherten, in denen „alle Angeschriebenen“ dazu aufgerufen werden „entweder per Post oder per Internet ein Passbild zu schicken. Denn nur dann kann die neue Chip-Karte, die weitaus sicherer ist als die alte, erfolgreich eingeführt werden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der AOK PLUS, Rolf Steinbronn. So hofft die Krankenversicherung bis spätestens zum Frühjahr 2013 alle Versicherten mit der neuen Gesundheitskarte ausstatten zu können. Bis die neue elektronischen Gesundheitskarten an die Versicherten ausgehändigt werden, behalten die alten Krankenversicherungskarten jedoch ihre Gültigkeit, so die Mitteilung der AOK PLUS. Damit alle Versicherten rechtzeitig ein Bild einreichen, dass den heutigen Anforderungen eines Passbildes genügt, werden alle AOK-Mitglieder in entsprechenden Anschreiben zur Abgabe eines solchen Passbildes aufgefordert, erklärte Steinbronn.

Verbesserung der Behandlung und Optimierung der Kostenkontrolle
Die Versicherungen und Ärzte erhoffen sich von der eGK für die Zukunft, dass diese Ärzten die Möglichkeit bietet, über die online angebundenen Kartenterminals Befunde und Informationen zu ihren Patienten miteinander auszutauschen. Ob damit tatsächlich Vorteile für die Patienten einhergehen, bleibt jedoch abzuwarten. Denn theoretisch besteht zwar die Möglichkeit einer Verbesserung der medizinischen Versorgung, Kritiker befürchten jedoch, dass der Schwerpunkt eher auf die Aufdeckung von Fällen des Kartenmissbrauchs gesetzt wird, als auf eine Optimierung der Behandlung.So müssen die gesetzlichen Krankenversicherungen erst noch belegen, dass sich mit dem neue System die medizinischen Leistungen für ihre Versicherten verbessern und die eGK nicht nur genutzt wird, um die Abrechnungen künftig noch besser kontrollieren zu können. (fp)