Eltern schätzen Unfallgefahren falsch ein

Sebastian

Eltern schätzen Unfallgefahren der Kinder falsch ein

30.08.2012

Die meisten Eltern gehen davon aus, dass die größte Unfallgefahr ihrer Kinder im Straßenverkehr besteht. Das jedenfalls sagten 85 Prozent der befragten Eltern im Verlauf einer Umfragestudie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Was viele Eltern nicht wissen: die Hauptunfallgefahr besteht in den eigenen vier Wänden. Trotz Eigenerfahrungen widersprechen sich die Angaben der Eltern.

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Hauptgefahr für Kinder im eigenen Haushalt
85 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, dass die Hauptgefahr für folgenschwere Unfälle der Kinder im Straßenverkehr liege. Diese Auffassung stimmt allerdings nicht mit den Erkenntnissen der privaten Unfallversicherer überein. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft ereignen sich nur 14 Prozent aller Unfälle mit Beteiligung von Kindern im Straßenverkehr. „Der Anteil der Verkehrsunfälle sinke seit Jahren und geht stetig zurück“, so die Versicherer. Der Anteil der Verkehrsunfälle mit Kindern lag zuletzt gemessen im Jahre 2010 bei gerade einmal knapp 16 Prozent. Das größte Unfallrisiko besteht im elterlichen Haushalt. Allerdings gaben rund 82 Prozent der Eltern an, sie würden die Gefahr von Kinderunfällen zuhause nur als „gering einschätzen“.

Erfahrungswerte widersprechen Annahmen
Nach Auswertungen der Studie widersprechen sich allerdings auch die Erfahrungen der Eltern mit dem bereits Erlebten. 34 Prozent der Eltern gab an, ihre Kinder hätten bereits einen Unfall erlebt. 60 Prozent der Unfallereignisse fanden im eigenen Haus, der Wohnung oder im Garten statt. Nur 14 Prozent der Unfälle passierten nach Angaben der Eltern im Straßenverkehr. Es zeigte sich zudem, dass die Verkehrsunfallgefahr mit zunehmendem Kindesalter steigt. Das bedeutet, um so älter die Kinder waren, um so häufiger passierten auch Unfälle im Straßenverkehr. „Das erscheint logisch, da sich Kleinkinder nur selten allein im Straßenverkehr bewegen.“ (sb)