Emotionales Tief: Depressionen erreichen im Januar den Höchststand

Alfred Domke

Krankmeldungen wegen Depressionen im Januar auf Höchststand

Gesundheitsexperten zufolge nehmen die Fehltage aufgrund psychischer Krankheiten seit Jahren zu. Wenig überraschend ist, dass Januar der Monat ist, in dem es mehr Krankmeldungen wegen Depressionen gibt als in jedem anderen. Schließlich ist es zu Jahresbeginn meist grau und dunkel.


Immer mehr Menschen leiden an psychischen Erkrankungen

Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Anzahl der Menschen mit Depressionen weltweit deutlich gestiegen. Auch in Deutschland und der EU leiden immer mehr Menschen an der psychischen Krankheit. Der Deutschen Depressionshilfe zufolge erkranken hierzulande jedes Jahr mehr als fünf Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen, unipolaren Depression. Wie aus einer Mitteilung der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht, steigt die Zahl der Betroffenen gerade jetzt zu Jahresbeginn.

Im Januar gibt es mehr Krankmeldungen wegen Depressionen als in jedem anderen Monat. Denn zum Jahresbeginn erleben viele Menschen ein seelisches Tief, weil die Weihnachtsfeiertage vorbei und die Tage häufig grau und dunkel sind. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Nach Weihnachten und Neujahr folgt seelisches Tief

Auf Weihnachten und Neujahr folgt bei vielen Deutschen die Depression: Im Januar gibt es mehr Krankmeldungen mit dieser Diagnose als in jedem anderen Monat. Das zeigt eine aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit der Jahre 2013 bis 2016.

So lag der Anteil der gelben Scheine mit dieser Diagnose im Januar 2016 bei zehn Prozent. Den niedrigsten Stand erreichen die Krankmeldungen laut DAK-Statistik im Weihnachtsmonat Dezember.

„Im Januar erleben viele Menschen ein seelisches Tief, weil die Weihnachtsfeiertage vorbei und die Tage meist grau und dunkel sind“, erklärt Dr. Hendrik Spohr, Arzt bei der DAK-Gesundheit.

„Deshalb steigt die Zahl der Krankmeldungen aufgrund von Depressionen nach dem Jahreswechsel an. Diese Tendenz beobachten wir seit einigen Jahren.“ Im Sommer verringert sich die Zahl der Krankmeldungen, bevor diese in den Herbstmonaten wieder ansteigt.

Beratungs-Hotline für Versicherte aller Krankenkassen

Als Reaktion auf die Analyse bietet die DAK-Gesundheit eine Telefon-Hotline für Betroffene und Angehörige. Medizinische Experten beraten am 17. Januar zwischen 8 und 20 Uhr.

Das Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841 können Versicherte aller Krankenkassen nutzen.

Ergänzt wird die Beratungs-Hotline am 17. Januar durch einen Live-Chat auf Facebook.

Depression kann chronisch werden

Wird eine Depression nicht rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, kann sie chronisch werden. Die Behandlung erfolgt traditionell mit Medikamenten (Antidepressiva) und Psychotherapie.

Doch auch Sport hilft gegen Depressionen.

An deutschen Kliniken wie etwa der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurde bereits vor Jahren ein Trainingsprogramm gegen Depressionen eingeführt. (ad)