Emotionen: Eifersucht ändert Auffassungsvermögen

Heilpraxisnet

Emotionen: Eifersucht ändert Auffassungsvermögen: Forscher der Abteilung für Psychologie der us- amerikanischen Universität Delaware (UD) haben in psychologischen Experimenten Paare auf ihre Wahrnehmung und Aufmerksamkeit in Situationen mit Eifersuchts- Charakter getestet und herausgefunden, dass Eifersucht scheinbar das Auffassungsvermögen beeinflusst.

Forscher der Abteilung für Psychologie der us- amerikanischen Universität Delaware (UD) haben in psychologischen Experimenten Paare auf ihre Wahrnehmung und Aufmerksamkeit in Situationen mit Eifersuchts- Charakter getestet und herausgefunden, dass Eifersucht scheinbar das Auffassungsvermögen beeinflusst. Steven B. Most, Dozent und Forscher für Psychologie an der UD, und sein Team, hatten vom örtlichen Uni- Campus 25 heterosexuelle Paare für die Studie angeworben. Voraussetzung war, dass die Beziehung der Paare länger als 11 Monate andauerte.

Der Versuchsablauf, den die Wissenschaftler in dem Magazin „Emotion“ (Vol 10(2), Apr 2010, 250-256. doi: 10.1037/a0019007) der American Psychological Association (APA) aus Washington D.C., dem weltweit größten Psychologenverband, unter dem Titel „Blind jealousy? Romantic insecurity increases emotion-induced failures of visual perception.“ veröffentlichten, gestaltete sich so, dass den weiblichen Partnern auf einem Computermonitor in mehrmaligen Durchgängen nur sekundenweise zwölf aufeinanderfolgende Bilder von Bauwerken oder Landschaftsdarstellungen vorgeführt wurden. Mit einer Taste mussten sie klicken, wenn ein Bild kam, das eine 90 Grad Drehung aufwies.

Mehr zum Thema:

Die männlichen Partner waren mit ihnen in demselben Raum, aber an einem anderen Computerbildschirm und taten das Gleiche. Nach einiger Zeit kam einer der Forscher in den Raum und sagte dem männlichen Partner schön laut, dass es der andere Partner auch auf jeden Fall hören musste, dass er nun weibliche Single- Frauen von der Universität Delaware auf seinem Monitor zu sehen bekäme, deren Attraktivität er beurteilen solle. Anschliessend fielen die Beurteilungen der weiblichen Partner, die ja in demselben Raum saßen, für die 90 Grad- gedrehten Bilder deutlich schlechter aus. Most und seine Kollegen befragten anschliessend nocheinmal die Frauen, wie stark sie die Mitteilung und das Wissen um die Single- Frauen- Bilder tangiert habe. Sie wollen nun weiter untersuchen, ob dies für die Männer auch so gilt und den Versuchsaufbau noch einmal mit Männern und Frauen in umgekehrten Rollen durchführen.

Eine Partnerschaft mit ihren emotionalen Komponenten scheint also einen Einfluss auf die Wahrnehmung, in diesem Fall visuelle Fähigkeiten, von uns Menschen zu haben. Interessant wäre es zu untersuchen, wie es umgekehrt möglich sein könnte, mit sozialen und emotionalen Komponenten diese Fähigkeit zur Beeinflussung therapeutisch zu nutzen. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 14.03.2010)