Empfehlenswerter Müßiggang: Freizeitstress ist reine Einstellungssache

Fabian Peters
Ansichten ändern: Müßiggang statt Freizeitstress
Immer mehr Menschen können auch in ihrer Freizeit nicht mehr richtig abschalten. Die einen nehmen sich noch Arbeit mit nach Hause, andere packen ihren Feierabend, das Wochenende oder den Urlaub mit Terminen voll. Dieses ständige „etwas machen“ führt zu Stress und gefährdet so auch die Gesundheit. Betroffene sollten daher etwas mehr auf Müßiggang setzen.

Freizeitstress ist meist hausgemacht
Viele Berufstätige machen nicht nur Überstunden sondern nehmen sich Arbeit mit nach Hause oder packen ihre freie Zeit mit Terminen wie für Hobbys voll. Auch noch nach dem Feierabend plagt sie innere Unruhe und Stress. In vielen Fällen ist dieser Freizeitstress hausgemacht und unnötig. Der Unternehmensberater und Coach Klaus Kampmann sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Wir haben keine Zeitnot, das ist eine Einstellungssache.“ Der Experte rät Menschen, die ständig unter Strom stehen oder sich in ihrer vermeintlich freien Zeit gestresst fühlen: „Selbstreflektiert spüren: Was ist gut für mich? Was brauche ich wirklich?“

Entspannen in der Freizeit fällt vielen Menschen schwer. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)
Entspannen in der Freizeit fällt vielen Menschen schwer. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Einfach mal die Seele baumeln lassen“
Zum Beispiel sollte ein Manager, der unter Druck vieles erreicht, es in seiner freien Zeit mal komplett anders machen. „Man sollte sich wieder an die Dinge annähern, die man als Kind konnte, Zeit verschwenden und einfach mal die Seele baumeln lassen“, so Kampmann. Allerdings klingt dies leichter, als es oft ist. In vielen Fällen hapert es auch gar nicht an der Einsicht, sondern an der Umsetzung. „Das Wichtigste bei einer Veränderung ist, es in ganz kleinen Schritten zu machen“, meint der Berater. Wenn man es zum Beispiel gewohnt war, jeden Tag seines wochenlangen Urlaubs, vollkommen durchzutakten, sollte man das beim nächsten nicht komplett ändern. Der Experte rät vielmehr dazu, erst mal einen oder zwei Tage ohne straffen Zeitplan zu lassen.

Im Urlaub länger frühstücken
Hilfreich ist zudem, das veränderte Verhalten an Rituale anzuheften. „Einfach mal einen halben Tag die Uhr weglassen.“ Eine weitere Maßnahme könnte sein, im aktuellen Urlaub eine halbe Stunde länger zu frühstücken als im Jahr davor. Grundsätzlich wichtig ist zudem, die Urlaubserholung in den Alltag zu retten. Für viele Menschen ist es ohnehin schon schwierig oder unmöglich, im Urlaub abzuschalten. Dies ergab eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK). Und bei vielen wird die Erholung sofort vom Alltagsstress abgelöst, wenn man wieder bei der Arbeit ist. Die Experten wiesen darauf hin, dass der Körper im Urlaub in Ruhe auf Erholung umgeschaltet werden muss und auch wieder zurück.

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Hoher Anspannungspegel äußert sich körperlich
Wie Kampmann erläuterte, hätten viele Menschen im Alltag einen sehr hohen Anspannungspegel. Dies äußere sich auch körperlich: „Kaum gibt es mal keine Verpflichtungen, zappelt man mit den Händen oder tippelt mit den Füßen.“ Spätestens dann müsse man abschalten und die Stressfaktoren hinterfragen. „Es kann eine Frage des Mutes sein, auch mal loszulassen“, so Kampmann. Auch andere Experten haben einige Tipps und Tricks für die Balance von Job und Freizeit parat. So können unter anderem regelmäßige Entspannungsübungen zum Stressabbau wie etwa Yoga helfen, um gelassener zu werden.(ad)