Entzündungsschmerzen und Nagelpilz: Wieso Nagelhaut beißen gefährlich werden kann

Alfred Domke
Natürlicher Schutz geht verloren: Nagelhaut beißen schadet der Gesundheit
Wer an seiner Nagelhaut beißt, riskiert diese zu verletzen. Dadurch geht ein natürlicher Schutz vor Bakterien und Pilzen verloren. Das kann zur Folge haben, dass es zu schmerzhafte Entzündungen oder sogar einem Nagelpilz kommt.

Wichtige Schutzfunktion wird beeinträchtigt
Fingernägelkauen ist weit verbreitet. Meist ist Stress der Grund dafür, dass die Finger automatisch zum Mund wandern und daran geknabbert wird. Manchmal sind es aber auch banale Ursachen wie Langweile. Zwar ist das Kauen meist harmlos, es kann aber auch zu ernsthaften Problemen führen. Denn dabei kann auch die Nagelhaut verletzt werden, die eine wichtige Schutzfunktion erfüllt.

Wer immer wieder an seiner Nagelhaut beißt, riskiert diese zu verletzen. Dadurch geht eine wichtige Schutzfunktion verloren. In der Folge davon kann es zu schmerzhaften Entzündungen kommen. (Bild: toa555/fotolia.com)

Schutz vor Bakterien und Pilzen
Die Nagelhaut hat eine Schutzfunktion und bewahrt das Nagelbett vor äußeren Einflüssen wie chemischen Substanzen, Pilzen und Bakterien.

Wird dieser Schutz durch das Nägelkauen und dem Beißen der Nagelhaut jedoch beschädigt, können solche Erreger ungehindert eindringen und eine Infektion, eine Entzündung oder gar einen Nagelpilz verursachen.

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Auch der Schutz vor Chemikalien in Wasch- oder Putzmitteln ist dann nicht mehr ausreichend gegeben.

Im schlimmsten Fall kann es zu einer Veränderung des ganzen Nagels kommen.

Experten zufolge sollte zudem bedacht werden, dass Speichel eine zersetzende Wirkung hat. Wenn man also seine Finger immer wieder im Mund hat, riskiert man, dass die Haut angegriffen wird.

Nagelhaut nicht abschneiden
Um sich das Fingernägelkauen abzugewöhnen, setzen manche Menschen auf bittere Lacke oder auch Pflaster um die Fingerkuppen.

Fachleuten zufolge ist es aber meist sinnvoller, zunächst herauszufinden, in welchen Situationen die Finger überhaupt in den Mund wandern – meist dann, wenn das Stresslevel ansteigt – und diese dann möglichst vermeiden.

Wer seine Nagelhaut als störend empfindet, sollte sie laut Dermatologen nicht abschneiden.

Zwar wächst sie nicht stärker nach, wenn man sie öfter schneidet, doch es sei schonender, die Nagelhaut zurückzuschieben. Am besten mit einem feinen Holzstäbchen oder feuchten Wattestäbchen.

Empfehlenswert ist zudem, die Finger regelmäßig in lauwarmem Olivenöl zu baden. Dadurch wird die Haut um den Nagel gepflegt und so verhindert, dass sie rissig wird. (ad)