Erdbeben in Nepal: Malteser Hilfsdienst schickt Medikament

Sebastian
Malteser: Halbe Tonne Medikamente für Erdbebenopfer in Nepal

Mindestens 3.600 Menschen sind nach dem schweren Erdbeben in Nepal gestorben. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist zwar noch unklar, klar ist aber, dass die Region dringend Hilfe benötigt. Malteser International entsendete nun ein Erkundungsteam. Erste Nothilfemaßnahmen werden eingeleitet.

Mindestens 3.600 Tote nach Erdbeben
Das schwere Erdbeben in der Himalaya-Region hat nach Angaben des nepalesischen Innenministeriums mindestens 3.600 Menschen des Landes das Leben gekostet. Im benachbarten Indien starben bei dem Beben mindestens 62 Menschen und in China mindestens 20. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist noch unklar. Internationale Hilfe ist angelaufen, doch Helfer stehen vor großen Schwierigkeiten: Flughäfen sind beschädigt und Straßen zerstört, so dass Retter nur schwer durchkommen. Auch der Malteser Hilfsdienst hat erste Nothilfemaßnahmen eingeleitet.

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Malteser International schickt Erkundungsteam
Laut einer Pressemitteilung hat Malteser International am Sonntagmorgen ein Erkundungsteam in die Krisenregion entsandt. Die Helfer sollen sich vor Ort ein Bild über die Lage verschaffen und erste Nothilfemaßnahmen einleiten. Die nepalesische Regierung hatte nach dem Beben den Notstand ausgerufen und internationale Hilfe angefordert. Oliver Hochedez, Nothilfe-Koordinator bei Malteser International, sagte: „Die Menschen in Nepal brauchen dringend Hilfe: Die Gesundheitsversorgung vor Ort ist zusammengebrochen, Krankenhäuser sind überfüllt, es fehlen Medikamente und Verbandsmaterialien. Teilweise graben sich die Menschen mit den eigenen Händen durch den Schutt. Die Kommunikation vor Ort ist schwierig, Mobiltelefone funktionieren kaum.“

Hilfsorganisation aus aller Welt eingetroffen
Verschiedene Hilfsorganisationen aus aller Welt sind mittlerweile in der Region eingetroffen oder auf dem Weg dorthin. Der Malteser Hilfsdienst Wesseling (Nordrhein-Westfalen) bereitet nach eigenen Angaben den Transport von über einer halben Tonne Medikamente vor, die von Malteser International als Hilfslieferung für Nepal verschickt werden. Dieses Material kann zur medizinischen Versorgung von 10.000 Menschen für drei Monate eingesetzt werden. „Insbesondere medizinisches Material wird dort dringend benötigt“, berichtete Ingo Radtke, Generalsekretär von Malteser International. Diese „Emergency Health Kits“ enthalten vor allem Anästhetika, Schmerzmedikation, OP-Ausstattung, Infusionen, Wasserreinigungstabletten und Desinfektionsmittel.

Wenig Informationen aus ländlichen Gebieten
Aus den ländlichen Regionen gibt es bislang nur spärliche Informationen. Die nepalesischen Behörden gehen davon aus, dass die Opferzahlen noch weiter steigen werden. Das Erdbeben der Stärke 7,9 auf der Richterskala hatte am Samstag Nepal und die umliegenden Länder Indien, Pakistan, Bangladesch und China erschüttert. Das Epizentrum des Bebens lag den Angaben zufolge rund 80 Kilometer von der Hauptstadt Kathmandu entfernt. Am Sonntag hatte es ein weiteres Nachbeben der Stärke 6,7 in der Region gegeben. (ad)

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Bild: Helga Dörk  / pixelio.de