Erfolgreiche Screening-Programme: Vorsorge bei Darmkrebs senkt Sterberaten

Alfred Domke
Durch Darmkrebs-Vorsorge sinken die Sterberaten
Darmkrebs gehört zu den drei häufigsten Krebsarten in Deutschland. Jedes Jahr sterben hierzulande rund 26.000 Menschen daran. Wie eine aktuelle Analyse zeigt, sinkt die Sterberate durch diese Krebsform in Ländern mit Screening-Programmen.

Früherkennung kann Leben retten
Laut Gesundheitsexperten ist Darmkrebs für Männer nach Prostata- und Lungenkrebs die dritthäufigste und für Frauen nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Um sich zu schützen, sollte man ab einem gewissen Alter regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Dies ist besonders wichtig, wenn es in der Familie schon zu Darmkrebsfällen gekommen ist. Die Früherkennung kann Leben retten, denn ein Tumor im Dick- oder Enddarm wächst langsam heran und verursacht bei den meisten Betroffenen lange Zeit keine Probleme.

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die Darmkrebssterblichkeit in Ländern mit Screening-Programmen deutlich sinkt. Ärzte raten vor allem Menschen, in deren Familien Darmkrebsfälle bekannt sind, zu einer Vorsorge-Untersuchung. (Bild: Wolfilser/fotolia.com)

Sinkende Darmkrebssterblichkeit in Ländern mit Screening-Programmen
Wie der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (BNG) auf dem Internetportal „Magen-Darm-Ärzte im Netz“ berichtet, belegt eine aktuelle Analyse der Zahlen, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Todesursachen veröffentlichte, dass die Darmkrebssterblichkeit in Europa zwischen 1989 und 2011 bei Männern um 13 Prozent und bei Frauen um 27 Prozent zurückgegangen ist.

Den Angaben zufolge zeigen sich dabei erhebliche Unterschiede in den einzelnen Ländern. Wie es heißt, sind in Ländern mit Screening-Programmen die größten Rückgänge zu verzeichnen.

Deutlicher Rückgang der Strebraten in Deutschland
„Deutschland gehört neben Österreich, Schweiz, England, Belgien, Luxembourg, Tschechien und Irland zu den Nationen, bei denen die Sterberaten bei Männern um mehr als 25 Prozent und bei Frauen um mehr als 30 Prozent zurückgegangen sind“, erläuterte Dr. Franz Josef Heil vom BNG.

Laut den Experten beginnt der Trend sinkender Sterberaten mit der Einführung des Hämoccult-Tests Ende der 1980er Jahre. In zunehmendem Maße kamen dann endoskopische Verfahren in der Prävention zum Einsatz, bis schließlich nach der Jahrtausendwende insbesondere in den genannten Ländern gesetzlich geregelte Screening-Programme für den Routine-Einsatz der Darmspiegelung in der Darmkrebs-Prävention sorgten.

Männer nehmen Vorsorge-Untersuchung seltener in Anspruch
„Nach wie vor gibt es große Unterschiede zwischen Männern und Frauen“, erklärte Dr. Heil. „Das liegt auch daran, dass Männer die Vorsorge-Untersuchung geringer in Anspruch nehmen und früher als Frauen an Darmkrebs erkranken, nicht selten bereits vor dem 56. Lebensjahr.“

Doch wann sollte man zur Darmspiegelung? „In Zukunft wird es vor allem darum gehen, verstärkt auf das Risiko der familiären Belastung aufmerksam zu machen. Wer in der Verwandtschaft ersten Grades Darmkrebsfälle hat, sollte in jedem Fall mit seinem Hausarzt oder einem Magen-Darm-Arzt über Vorsorgemöglichkeiten reden“, sagte Dr. Heil.

In der Regel beginnt Darmkrebs spontan und entwickelt sich sehr langsam und unbemerkt über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. Beschwerden treten häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium in Erscheinung. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Aussichten auf einen Behandlungserfolg. (ad)