Erhöhen Benzodiazepine das Demenzrisiko?

Heilpraxisnet

07.11.2013

Viele ältere Menschen nehmen Benzodiazepine ein, die als Beruhigungs- oder als Schlafmittel verabreicht werden. Sie können zur Abhängigkeit führen und weisen zudem häufig eine Reihe von Nebenwirkungen auf. Nun untersuchte ein Forscherteam, ob der Einsatz der Wirkstoffe auch zur Entwicklung einer Demenz führen kann.

Obwohl die Medikamente im Regelfall maximal nur für einige Wochen genommen werden sollten, ist eine Dauertherapie nicht selten. Dies trifft besondere auch bei Senioren zu. Französische Forscher von der Universität in Bordeaux untersuchten in einer Kohortenstudie, ob der Neubeginn einer Therapie mit Benzodiazepinen in den darauffolgenden Jahren mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden ist. (BMJ 2012; 345: e6231).

Nachdem Risikofaktoren wie Depressionen, Alter und Therapie mit kardiovaskulären und antidiabetischen Medikamenten berücksichtigt wurden, ließ sich für die Teilnehmer mit neu begonnener Benzodiazepin-Therapie ein um etwa 40 Prozent erhöhtes Risiko für eine Demenz berechnen.

Allerdings sei die Interpretation der Daten ausgesprochen schwierig, meinen die Forscher. Die Symptome, gegen die Benzodiazepine verordnet werden, können häufig auch zu Beginn einer neurodegenerativen Erkrankung auftreten. Es ist also unklar, ob die Einnahme von Benzodiazepinen womöglich den Beginn einer Demenz markiert oder tatsächlich ursächlich an ihrer Entstehung beteiligt ist. (pm)

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