Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko durch Lärm

Fabian Peters

Tag des Lärms: Experten informieren über Gesundheitsrisiken des Lärms

26.04.2012

Am gestrigen Tag des Lärms fanden deutschlandweit zahlreiche Aktionen und Informationsveranstaltungen statt, mit denen die Bevölkerung auf bestehende Lärmprobleme aufmerksam gemacht und für die gesundheitlichen Risiken einer zu hohen Lärmbelastung sensibilisiert werden sollte.

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Eine gesundheitsgefährdende Lärmbelastung kann von unterschiedlichen Quellen ausgehen, wobei . Verkehrs- und Fluglärm zu den besonders weit verbreiteten Problemen zählen. Zahlreiche Studie belegen die mit dem Lärm verbundenen Gesundheitsrisiken, vor allem die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei zeigen Beeinträchtigungen des Schlafes durch zu hohe nächtliche Lärmpegel eine besonders schädliche Wirkung.

Gesundheitsrisiken durch zu hohe Lärmbelastung
Im Rahmen des von der Deutschen Gesellschaft für Akustik ausgerichteten Tag gegen Lärm informierten Experten deutschlandweit in verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen über die gesundheitlichen Folgen zu hoher Lärmbelastung. Dieses Jahr stand dabei die „Belastung durch Fluglärm und die Geräuschumwelt von Kindern“ im Fokus des Aktionstages. Zu den allgemeinen Gesundheitsrisiken des Lärms teilten die Experten mit, dass bereits bei einem Schallpegel von 80 Dezibel wie zum Beispiel durch Straßenlärm, auf Dauer ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko bestehe. Extremer Lärm mit 120 Dezibel oder mehr, wie ihn die Vuvuzelas bei der Fußball WM 2010 in Afrika verursachten, kann laut Aussage der Experten akute Ohrenschmerzen verursachen. Werden Geräuschpegel von 140 Dezibel oder mehr erreicht bestehe bereits nach kurzer Zeit die Gefahr dauerhafter Gehörschäden. Extreme Schallspitzen wie Schüsse oder Silvesterknaller können bei zu geringer Distanz zwischen dem Ohr und der Schallquelle schon bei einmaliger Einwirkung Schäden des Gehörs mit sich bringen.

Negative gesundheitliche Folgen des Fluglärms
Neben den akuten Beeinträchtigungen des Gehörs durch den Lärm drohen laut Aussage der Experten bei anhaltend zu hoher Lärmbelastung auch Folgen auf den gesamten Organismus und die Psyche. Zudem hat der Lärm gesamtgesellschaftliche Auswirkungen, da zum Beispiel beim Fluglärm „mit der individuellen Belästigung und Belastung der Anwohner/innen auch die sozialen Kosten für die Behandlung“ der (lärm-)stressinduzierten Erkrankungen steigen, berichtet die Initiatoren des Tages gegen Lärm. Den Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Joint Research Centre (JRC) der EU „führt die Belastung durch Verkehrslärm allein in der EU und den sonstigen westeuropäischen Staaten zum Verlust von mehr als einer Million gesunden Lebensjahren pro Kalenderjahr, zum größten Teil in der Folge nächtlicher Schlafstörungen“, so die Mitteilung auf dem zugehörigen Internetportal des Tages gegen Lärm.

Zu viel Lärm im Schulalltag
In Bezug auf die Geräuschumwelt von Kindern fanden am Tag des Lärms dieses Jahr besonders viele Aktionen statt, bei denen die Heranwachsenden auch einmal richtig Lärm machen durften, um ihnen anschließend der Wert fehlenden Lärms beziehungsweise von Ruhe zu vermitteln. Zahlreiche Studien belegen, dass „Lärm Kinder in ihrem Verhalten beeinflusst, ihr Lerntempo reduziert und ihre Merkfähigkeit beeinträchtigen kann“; berichten die Initiatoren des Tages gegen Lärm. Wie hoch die Lärmbelastung zum Beispiel im Schulalltag liegt, hat das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in einer eigenen Untersuchung überprüft. Das Ergebnis: Der normale Unterrichts-Schallpegel liegt zwischen 60 und 80 Dezibel. Die Beschwerden über die akustischen Arbeitsbedingungen erweisen sich in den Schulen erweisen sich demnach „als berechtigt“, hatte das Bundesamt bei Abschluss der Untersuchung erklärt. Bei einem derartigen Lärmpegel wird konzentriertes Lernen erheblich erschwert. Oft lasse sich der Lärm in den Klassenräumen jedoch durch einige einfache bauliche Maßnahmen erheblich reduzieren, erklärten die Experten. So könne eine Verringerung der Nachhallzeit um 50 Prozent erreicht werden, die eine Geräuschreduktion von sechs Dezibel mit sich bringe. „In Schulen sollten sich solche Maßnahmen im Rahmen ohnehin fälliger Sanierungsarbeiten schnell realisieren lassen“, betonten die Initiatoren des Tages gegen Lärm. (fp)