Erhöhtes Unfallrisiko durch Zeitumstellung

Heilpraxisnet

Während der Zeitumstellung besteht ein erhöhtes Unfallrisiko. Jede dritte Frau leidet unter der Umstellung der Zeit.

Am Wochenende wird die Zeit um eine Stunde umgestellt. Statistiken belegen, dass in den Tagen nach der Zeitumstellung sich die Anzahl der Unfälle erhöht. Grund dafür sind Müdigkeit und Konzentrationsschwächen, die durch den „Mini-Jetlag“ ausgelöst werden. Laut dem Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG), benötigt der Biorhythmus relativ lange, bis er sich auf die neue Zeit eingestellt hat, wie Dirk Windemuth erklärte. Laut einer Studie des Auto Club Europa (ACE) erhöht sich die Unfallgefahr im Verlauf der ersten Monats nach der Zeitumstellung um 28 Prozent. Die Zahlen basieren auf Auswertungen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland. Laut einer Umfrage der Krankenkasse DAK gab jede dritte Frau an, unter der Zeitumstellung zu leiden.

Etwa eine Woche benötigt der Körper, bis er sich auf die neue Winterzeit eingestellt hat. Bei einigen sensibleren Menschen kann der Umstellungsprozess sogar noch länger andauern. Zahlreiche Menschen leiden in dieser Phase unter Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gereiztheit. Manche klagen sogar unter Winterdepressionen. Durch die früher einbrechende Dunkelheit kommt ein weiterer gewichtige Faktor hinzu, der zu einer erhöhten Unfallgefahr wird. Wer zum Beispiel gewohnt ist, eigentlich im Hellen von der Arbeit nach Hause zu kommen, muss nun ab ca. 17 Uhr damit rechnen, dass es dunkel wird. Manchen fällt es nun deutlich schwerer sich auf die Straßenverhältnisse zu konzentrieren. Feuchtigkeit und Nässe auf den Straßen, Laub von Bäumen und teilweise erster Frost machen zudem die Straßen rutschig. Zudem behindern Nebel und Dunkelheit die Sichtbarkeit der Straßenverhältnisse.

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Fußgänger sollten während dieser Zeit besonders vorsichtig sein. Speziell sie und Fahrradfahrer sind besonders gefährdet. Sie sollten daher in den nächsten Wochen drauf achten, dass sie für Autofahrer trotz der schlechten Sichtverhältnisse erkennbar sind. Daher empfielt es sich helle oder gelbe Kleidung zu tragen. Kinder sollten zudem an der Jacke „Katzenaugen“ tragen, die das Licht reflektieren. Fahrradfahrer sollten spätestens jetzt die Lichter ihres Fahrrads auf Funktionsfähigkeit überprüfen und bei Bedarf nicht funktionierende Teile austauschen. Das gilt auch für Reflektoren an den Speicheln und seitliche Reflektorbänder an den Reifen. Ein Helm sollte spätestens zur Herbstzeit ebenfalls zur Fahrradausrüstung gehören. Ein Helm kann zwar einen Sturz nicht verhindern, aber das Risiko für schwere Kopfverletzungen mindern.

Fußgänger sollten helle Kleider tragen. Laut einer aktuellen Studie werden Fußgänger mit einer dunklen Kleidung nur bei einer Entfernung von 25 Metern wahrgenommen. Das kann im Ernstfall eine viel zu geringe Entfernung für den Autofahrer sein, um rechtzeitig reagieren zu können. Menschen, die hingegen eine helle Kleidung tragen, werden zumindestens aus einer Entfernung von mindestens 90 Meter wahrgenommen. Tragen Fußgänger Reflektiere Bänder oder Accessoire an ihrer Kleidung, wird die Sichtbarkeit auf bis zu 150 Meter erhöht. Am kommenden Sonntag (in der Nacht von Samstag auf Sonntag) wird die Zeit um 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr um eine Stunde zurück gestellt. (sb, 27.10.2010)