Erkältungs-Weisheiten auf dem Prüfstein

Fabian Peters

Welche Hausmittel versprechen tatsächlich Linderung bei Erkältungen?

07.10.2012

Nahezu jeder Deutsche erkrankt im Jahresverlauf mindestens einmal an einer Erkältung. Mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit, rollt regelmäßig die erst Erkältungswelle über das Land. Zur Behandlung stehen zahlreiche Hausmittel parat, doch nicht alle halten, was sie versprechen.

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Warmes Bier, heiße Milch mit Honig, heiße Zitrone oder möglichst viel Vitamine. Zahlreiche Erkältungs-Weisheiten versprechen Linderung bei Husten, Schnupfen Halskratzen und Heiserkeit. Während einige durchaus hilfreich sind, können manche jedoch sogar einen negativen Effekt entfalten.

Erkältung mit Medikamenten nicht therapierbar
Zahlreiche Hausmittel versprechen eine erfolgreiche Behandlung der jährlichen Erkältung. Anders als bei bakteriellen Infektionen ist die medikamentöse Therapie mit Antibiotika hier jedoch ausgeschlossen und die viralen Infektionen der oberen Atemwege sprechen nur eingeschränkt auf Medikamente an. Entsprechend hoch ist der Bedarf nach Behandlungsalternativen. Glücklicherweise verläuft eine Erkältung – auch bezeichnet als grippaler Infekt – in der Regel relativ glimpflich. Nach spätestens zwei Wochen ist die Erkrankung normalerweise überstanden. Gekennzeichnet wird eine Erkältung durch Symptome wie Halskratzen bis hin zu Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Husten und unter Umständen Fieber.

Warmes Bier, Vitamin C oder heiße Milch mit Honig – Was wirkt tatsächlich?
Zu den wohl bekanntesten Hausmitteln gegen Erkältung zählt die erhöhte Einnahme von Vitamin C in Form von Tabletten oder Früchten. Orangensaft und Heiße Zitrone sind bei der Erkältungsbehandlung daher bis heute äußerst beliebt. Das Vitamin C hat entgegen dem Mythos laut aktuellem Forschungsstand jedoch keinen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf. Heiße Milch mit Honig kann hingegen zu einer deutlichen Linderung des Halskratzens beitragen und erzielt so durchaus einen positiven Effekt. Die Bekämpfung einer Erkältung durch Hitzekuren in der Sauna ist indes eher kontraproduktiv, da die extremen Temperaturen den Körper zusätzlich belasten. Auch eher kuriose Erkältungshausmittel wie beispielsweise warmes Bier haben keine nachweisliche Wirkung und der Alkohol ist für Körper unter Umständen eine Belastung. Sport ist ebenfalls kontraproduktiv, da der Körper vor allem Ruhe braucht, um sich von dem viralen Infekt zu erholen.

Weitere Hausmittel gegen Erkältungen
In der Naturheilkunde ist das Trinken von Jodwasser als altes Hausmittel gegen beginnenden Schnupfen bekannt. Dabei soll das Trinken von Wasser, dem ein Tropfen zehnprozentiger Jodtinktur beigemengt wurde, den Flüssigkeitshaushalt der Nasenschleimhäute regulieren und dem Ausbruch des Schnupfens entgegenwirken. Alternativ wird auch auf die Einnahme des Schüßler-Salzes Nr. 14, Kalium jodatum D6, zurückgegriffen. Zudem kommen Inhalationen und Dampfbäder als Hausmittel gegen Schnupfen in Betracht, wobei die entsprechenden Inhalationsgeräte auch in der Apotheke ausgeliehen werden können. Bei einem Dampfbad wird der Kopf über eine Schüssel mit kochend-heißem Wasser gehalten und mit einem großen Handtuch abdeckt. Bis zu zehn Minuten soll der aufsteigende Dampf inhaliert werden. Um die positive Wirkung des Dampfbades zu verstärken, kann dem Wasser etwas Kochsalz oder Emser Salz sowie ein Esslöffel getrocknetes Thymiankraut oder Salbeiblättern beigegeben werden.

Erkältung auskurieren mit Ruhe, Schlaf und Erholung

Einige Erkältungshausmittel lindern tatsächlich die Symptome, doch die Ursache der Erkältung können sie nicht beheben. Dies müssen die körpereigenen Abwehrkräfte erledigen, die für ihre Aufgabe viel Ruhe, Schlaf und Erholung benötigen. Wer Anzeichen einer Erkältung bei sich bemerkt, sollte sich daher eine Auszeit gönnen, um wieder auf die Beine zu kommen. Trotz Erkältung weiter zur Arbeit gehen, verlängert unter Umständen nicht nur die Erkrankungen, sondern begünstigt auch eine Infektion der Mitmenschen. (fp)