Erkrankt nach einem Zeckenbiss: Auf diese Borreliose-Hinweise müssen Sie achten

Alfred Domke
Zecken sind bereits aktiv: Erste Borreliose-Erkrankungen gemeldet
Es wird zwar oft angenommen, dass Zecken erst im Frühjahr und Sommer gefährlich werden können, doch die kleinen Blutsauger sind schon bei relativ niedrigen Temperaturen aktiv. Das zeigt sich auch an den gemeldeten Erkrankungen. In Brandenburg gibt es bereits die ersten Borreliose-Fälle.

Zecken sind auch bei kühlen Temperaturen aktiv
Zecken sind nicht erst unterwegs, wenn es kuschelig warm ist, sondern schon jetzt bei verhältnismäßig kühlen Temperaturen. Zwar ist das Risiko von einer Zecke gebissen zu werden, bei kaltem Wetter geringer, da man normalerweise nicht mit kurzen Sachen im Grünen unterwegs ist. Dennoch sollte man sich nach Aufenthalten in der Natur absuchen. Dass die kleinen Blutsauger schon aktiv sind, zeigt sich auch an den gemeldeten Krankheitsfällen in Brandenburg.

Obwohl es draußen meist noch ziemlich kalt ist, sind Zecken in vielen Regionen bereits aktiv. Das zeigt sich auch an den Erkrankungsfällen. In Brandenburg wurden seit Jahresbeginn bereits Dutzende Borreliose-Fälle gemeldet. (Bild: Smileus/fotolia.com)

Schon Dutzende Borreliose-Erkrankungen gemeldet
Das brandenburgische Gesundheitsministerium in Potsdam teilte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa mit, dass seit Jahresbeginn 64 Fälle von Borreliose-Erkrankungen gemeldet wurden, die durch Zeckenbisse entstehen.

Den Angaben zufolge hatte es im vergangenen Jahr insgesamt 1.547 Borreliose-Meldungen im Land gegeben.

Laut dem Ministerium ist die Lyme-Borreliose die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Das Vorkommen schwankt jedoch von Region zu Region. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht möglich.

Bakterien können zu Infektionen führen
Bei dieser Infektionskrankheit gelangen Bakterien durch einen Zeckenbiss in den menschlichen Körper, die dann zu Infektionen führen können.

Symptome können nach RKI-Angaben Hautrötungen, Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen bis hin zu Lähmungen sein. Manche Beschwerden können erst nach Monaten auftreten.

Bleibt die Erkrankung unerkannt und unbehandelt, kann sie zu chronischen Schädigungen unter anderem des Herzens, der Nerven und der Gelenke führen.

Gegen FSME gibt es eine Impfung
Neben Borreliose können Zecken auch Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Diese Erkrankung kann vor allem bei älteren Menschen schwer verlaufen. Bei etwa einem Drittel der Infizierten treten Krankheitserscheinungen auf.

Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel.

Viele FSME-Erkrankte entwickeln aber auch Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarkentzündungen. Im Extremfall verläuft die Krankheit tödlich.

FSME kann nicht ursächlich behandelt werden, Ärzte können lediglich die Symptome lindern. Gegen FSME steht eine Impfung zur Verfügung – gegen Borreliose nicht. Letztere kann jedoch mit Antibiotika therapiert werden.

Vor Zecken schützen
Experten raten, sich möglichst gut vor Zecken zu schützen. Idealerweise bleibt man bei Spaziergängen auf den Wegen. Bei Wanderungen sollte stets daran gedacht werden, lange Hosen zu tragen und gegebenenfalls die Hosenbeine in die Socken zu stecken. Auch spezielle Sprays, sogenannte Repellents, können die Krabbeltiere fern halten.

Außerdem sollte man sich nach Aufenthalten in der Natur gründlich absuchen und falls nötig, schnell reagieren. Nach einem Zeckenstich ist Eile geboten. Da sich die gefährlichen Erreger acht bis zwölf Stunden nach dem Stich in der Blutlaufbahn ausbreiten, kann man die Gefahr einer Infektion drastisch senken, wenn man Zecken frühzeitig findet und entfernt.

Wer nach dem Biss einer Zecke bemerkt, dass eine Hautrötung an der Einstichstelle auftritt, sollte sofort zum Arzt. Denn diese ist ein Hinweis auf eine Borreliose. (ad)