Erneut EHEC Infektion in Norddeutschland

Sebastian

Acht Menschen einer Familie mit EHEC Bakterien infiziert

06.09.2012

Erneut leiden Patienten in Norddeutschland unter den typischen EHEC-Beschwerden. Nach Informationen der Gesundheitsbehörden sind acht Familienmitglieder im Kreis Aurich an dem Keim erkrankt.

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Nach etwa einem Jahr der EHEC Epidemie haben sich erneut Menschen in Niedersachsen mit der gefährlichen Infektionskrankheit infiziert. Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind acht Mitglieder einer Familie in Aurich an dem Erreger erkrankt. Besonders kritisch sei nach Angaben des Sprechers des Auricher Gesundheitsamtes, Eimo Heeren, der Gesundheitszustand zweier Kleinkinder. Sie mussten aufgrund eines akuten Nierenversagens in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eingeliefert werden. Eines der beiden Kinder ginge es nach einer Erstbehandlung wieder deutlich besser. Die anderen Familienangehörigen seien zudem aus der Klinik entlassen und inzwischen wieder ohne Beschwerden.

Der Sprecher betonte, dass die Ursache der EHEC Infektion bislang ungeklärt ist. Heeren vermutet, dass die tatsächliche Ursache nicht gefunden wird. Alle untersuchten Lebensmittel, die von der Familie verspeist wurden, seien labortechnisch ohne Befund.

Kein Grund zur Beunruhigung oder Panik
Ein Grund zur Panik oder Beunruhigung der Bevölkerung sieht das Gesundheitsamt nicht. Derzeit sei die bakterielle Erkrankung auf die betroffene Familie begrenzt. Außerdem sei die Infektion nichts ungewöhnliches, da jedes Jahr allein in Niedersachsen zwischen 50 und 65 Menschen an dem EHEC-Keim erkranken.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht angesichts der neuen Fallzahlen „keinen Grund zur Beunruhigung“. In einem Interview erklärte der RKI-Präsident Reinhard Burger, dass „eine gewisse EHEC Aktivität, also eine gewisse Zahl an Infektionen in Deutschland normal ist“. Seinen Schätzungen zu Folge erkranken jedes Jahr rund eintausend Menschen in Deutschland an dem Darmkeim. Etwa „60 bis 70 der Infektionen verlaufen schwer“.

Über 4.000 Menschen infizierten sich im Jahre 2011 mit dem aggressiven EHEC-Erreger (Enterohämorrhagisches Escherichia coli) des Stammes 0104:H4. Etwa 800 Patienten litten in Folge an dem hämolytisch-urämischen Syndrom. Erste EHEC-Symptome sind heftiger Durchfall, Bauchschmerzen, teilweise Übelkeit und Erbrechen. Im schweren Verläufen können lebensbedrohliche Situationen wie Nierenversagen entstehen. (sb)