Erste H6N1-Infektion bei Menschen nachgewiesen

Fabian Peters

Vogelgrippevirus H6N1 auf Menschen übergesprungen

18.11.2013

Grippeviren, die vom Tier auf den Menschen übergesprungen sind, haben in der Vergangenheit bereits mehrfach weltweit für Aufregung gesorgt. Schweinegrippe und Vogelgrippe sind seither auch der breiten Bevölkerung ein Begriff. Nun konnten taiwanesische Forscher der Gesundheitsbehörde Centers of Disease Control and Prevention erstmals eine Infektion mit dem Vogelgrippevirus H6N1 beim Menschen nachweisen. Schlimmstenfalls könnten sich die Erreger derart weiterentwickeln, dass sie von Mensch zu Mensch übertragen werden und auf diese Weise eine Pandemie auslösen, so die Befürchtung der Forscher.

Das H6N1-Virus ist eines der häufigsten Viren bei wilden und domestizierten Vogelarten, bislang wurden allerdings keine menschliche Infektion mit diesem Virus bekannt. Dies hat sich mit dem Fund der taiwanesischen Forscher nun geändert. Wie sie im Fachmagazin „Lancet Respiratory Medicine“ berichten, konnte bei einer 20-jährigen Frau, die mit grippeähnlichen Symptomen und Atemwegsbeschwerden im Mai 2013 ins Krankenhaus eingeliefert wurde, das Influenza-Virus H6N1 in einem Rachenabstrich festgestellt werden.

Risiko einer weltweiten Pandemie?
Die Forscher schreiben, dass dies „der erste Bericht über eine menschliche Infektion mit einem wilden aviären Influenza A H6N1-Virus“ sei. Die Viren hätten damit bewiesen, dass sie sich zu humanpathogenen Erregern weiterentwickeln können und künftig schlimmstenfalls auch das Risiko von Mensch-zu -Mensch-Übertragungen drohe, so das Fazit der Wissenschaftler. „Unser Bericht hebt die kontinuierliche Notwendigkeit für die Vorbereitung auf eine Pandemie mit unvorhersehbaren und komplexen Vogelgrippe-Viren hervor“, berichten die Forscher weiter. Zwar konnte der 20-Jährigen Patientin mit Hilfe gängiger Grippemittel relativ schnell geholfen werden und bislang wirkt sie, wie der seltene Einzelfall einer Infektion mit H6N1, doch ist nach Ansicht der taiwanesischen Wissenschaftler eine finale Abschätzung des Risikos bislang nicht möglich. (fp)

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Bild: Aka / pixelio.de