Es müssen nicht immer Antibiotika sein: Was bei Blasenentzündung hilft

Alfred Domke

Nicht immer Antibiotika: Natürliche Mittel die bei Blasenentzündung helfen

Zwar erkranken auch Männer an einer Blasenentzündung, doch meist sind Frauen von der schmerzhaften Krankheit betroffen. In der Vergangenheit wurden Patienten meist mit Antibiotika behandelt. Doch heute weiß man, dass auch bestimmte Schmerzmittel und einfache Naturmittel die Beschwerden lindern können.


Frauen häufiger betroffen als Männer

Vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit leiden viele Menschen an einer Blasenentzündung. Meist sind Mädchen und Frauen von den Entzündungen der ableitenden Harnwege betroffen, die oft mit Beschwerden beim Wasserlassen und Fieber einhergehen. Doch auch Männer können daran erkranken und verspüren dann ebenso einen ständigen Harndrang sowie Druckbeschwerden im Blasenbereich. Früher wurde die Erkrankung fast immer mit Antibiotika behandelt. Heutzutage raten Ärzte häufig, es zunächst mit bestimmten Schmerzmitteln zu versuchen. Doch es gibt noch mehr, was bei Blasenentzündung hilft.

Früher haben Ärzte bei Blasenentzündung fast immer Antibiotika verordnet. Doch heute weiß man, dass auch bestimmte Schmerzmittel helfen können. Zudem können die Beschwerden durch Hausmittel gelindert werden. (Bild: absolutimages/fotolia.com)

Durch Bakterien ausgelöst

Ausgelöst wird eine Blasenentzündung (Zystitis) in den meisten Fällen durch Escherichia coli-Bakterien (E.coli-Bakterien) , die sich in der Harnröhre festbeißen und diese bis zur Blase hinauf wandern.

Die Tatsache, das Frauen häufiger von einer Blasenentzündung betroffen sind als Männer, liegt in einem anatomischen Unterschied begründet:

Die Harnröhre von Frauen ist kürzer und damit eher geeignet, eindringenden Bakterien den Weg nach oben in die Harnblase zu ermöglichen.

Vorbeugung von Blasenentzündungen

Um sich vor Harnwegsinfekten zu schützen, ist es wichtig, zu wissen, wie es überhaupt dazu kommen kann. Schon zu Großmutters Zeiten wurde davor gewarnt, sich auf kalte Böden zu setzen, denn diese können die Blase erkälten.

Und dem ist auch so, denn durch Kälte steigt im Bereich des Beckens die Infektionsgefahr. Dies ist auch ein Grund, warum nasse Badeanzüge und Badehosen nach dem Schwimmen sofort gewechselt werden sollten.

Zudem sind schmerzhafte Blasenentzündungen durch Sex keine Seltenheit. Gesundheitsexperten zufolge erhöht häufiger Geschlechtsverkehr das Risiko für eine Entzündung, da dabei die Schleimhäute gereizt und in der Folge anfälliger für eine Infektion werden („Honeymoon-Cystitis“ beziehungsweise „Flitterwochen-Blasenentzündung“).

Deswegen wird dazu geraten, „danach“ auf die Toilette zu gehen, um die Krankheitserreger auf natürlichem Wege auszuspülen. Wichtig ist zudem eine sinnvolle Intimpflege.

Des Weiteren wird zur Vorbeugung von Blasenentzündungen grundsätzlich dazu geraten, viel zu trinken, um Bakterien aus den Harnwegen auszuschwemmen.

Kunstfaserunterwäsche und Slipeinlagen begünstigen die Vermehrung von Keimen ebenso wie schleimhautreizende Seifen und Intimsprays. Zu vermeiden ist außerdem das „Abwischen“ nach dem Stuhlgang in Richtung Scheide und das Unterdrücken von Harndrang.

Jeder Gang zur Toilette wird zur Qual

Doch manchmal helfen leider auch die besten Schutzmaßnahmen nicht.

Symptome, die auf eine Erkrankung hindeuten sind unter anderem Unterbauchschmerzen, Brennen beim Urinieren, häufiges Wasserlassen oder übelriechender Urin. Jeder Toilettengang wird zur Qual.

Manche Frauen haben zudem Fieber oder Blut im Urin. Laut Gesundheitsexperten ist dies zunächst nichts Schlimmes, wenn es im Rahmen der Heilung der Erkrankung wieder aufhört.

Erkrankung heilt häufig auch ohne Medikamente

Medizinern zufolge heilt ein Großteil aller Blasenentzündungen ohne Medikamente. Grundsätzlich sollte dazu viel getrunken werden, um die Bakterien aus der Blase zu spülen.

Es dürfen ruhig zwei bis zweieinhalb Liter am Tag sein. Zudem kann man die Beschwerden mit einer Wärmflasche auf dem Bauch lindern.

Bei extrem starken Schmerzen, Flankenschmerzen oder anhaltendem Blut im Urin sollte aber unbedingt ein Arzt entscheiden, ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist.

Doch selbst wenn Arzneimittel zum Einsatz kommen, müssen es nicht immer Antibiotika sein. Letztere vernichten zwar Bakterien im Urin effektiv, doch es gibt immer mehr Bakterienstämme, die dagegen resistent sind.

Laut Gesundheitsexperten kann es sinnvoll sein, eine Blasenentzündung mit dem Wirkstoff Ibuprofen zu behandeln. Solche Medikamente haben sich in einer Studie als ähnlich effektiv erwiesen wie Antibiotika.

Natürliche Hausmittel

Bei einem leichten Verlauf der Krankheit stehen zudem zahlreiche Hausmittel gegen Blasenentzündung zur Verfügung, mit denen man sich selbst behandeln kann.

So können etwa Brennesseltee, Bärentraubenblätter oder Wacholder eine heilende Wirkung haben. Bei den natürlichen Mitteln komme laut Fachleuten auch Cranberry eine besondere Stellung zu.

Denn sowohl vorbeugend, als auch akut nach eingetretener Blasenentzündung würden Tabletten oder Kapseln mit dem Extrakt dieser nordamerikanischen Verwandten unserer Preiselbeere den Betroffenen helfen.

Die Präparate, die zusätzlich auch Kürbiskern-Extrakt und Vitamin C enthalten seien am besten geeignet, da sie die Wirkung der Cranberry verstärkten und deren Wirkstoffe die Bakterien wie einen Mantel umhüllen, so dass sie sich nicht in der Schleimhaut von Blase und Niere festsetzen können und mit dem Urin ausgespült werden. (ad)