Essen am Besten an den Biorhythmus anpassen

Heilpraxisnet

Nicht nur die Auswahl der Lebensmittel, sondern auch die Zeitpunkte der Mahlzeiten beachten

09.07.2014

Eine ausgewogene Ernährung gilt allgemein als gute Basis für ein gesundes Leben. Doch nicht nur die richtige Auswahl der Lebensmittel ist entscheidend, sondern auch die Zeitpunkte der Nahrungszufuhr spielen laut Aussage des renommierten Sportmediziners Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln eine wesentliche Rolle. Die Einnahme der Mahlzeiten sollte demnach angepasst an den Biorhythmus erfolgen. Auf Zwischenmahlzeiten gilt es Prof. Froböse zufolge besser zu verzichten.

Professor Froböse betont, dass „der Stoffwechsel die Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge im Körper“ ist und „um den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen Muskulatur und eine ausgewogene Ernährung wichtige Schlüsselwörter“ seien. Die Stoffwechselprozesse werden ihrerseits laut Aussage des Sportmediziners maßgeblich durch den individuellen Biorhythmus bestimmt. Dieser habe zum Beispiel entscheidenden Einfluss auf die Energiebereitstellung und die Hormonausschüttung, aber auch auf die Verdauung und das Hungergefühl. Durch die Anpassung der Nahrungszufuhr auf die innere biologische Uhr werde verhindert, dass der Stoffwechsel aus dem Rhythmus gerät. Konzentrationsschwächen und Leistungstiefs ließen sich so vermeiden.

Zwischenmahlzeiten vermeiden
Wird dem Körper für längere Zeit zu viel Energie über die Nahrung zugeführt, bildet dieser vermehrt Fettpolster, die mit zahlreichen negativen gesundheitlichen Effekten in Verbindung gebracht werden. Auch in anderem Zusammenhang sind Zwischenmahlzeiten laut Froböse jedoch äußerst kritisch zu bewerten. Denn durch die regelmäßige Nahrungszufuhr zwischendurch werde der Verdauung keine Pause gegönnt und der Insulinspiegel bleibe stetig hoch, was letztendlich mit einem erhöhten Risiko der Insulinresistenz und dem Risiko einer Diabetes einhergehe. Zwischen den Mahlzeiten sollte daher dem Experten zufolge für rund vier Stunden eine Essenspause eingelegt werden. Gegessen wird demnach erst, wenn der Körper tatsächlich nach neuer Energie verlangt. Jedoch sollte dann auf ausreichende Energiezufuhr geachtet werden. Denn „Unterversorgung, beispielsweise durch eine Diät, senkt die Stoffwechsel-Aktivität, im Körper“ und es „wird der Sparmodus eingeschaltet“, berichtet Froböse. So werde der Grundumsatz reduziert und der größte Energieverbraucher – die Muskeln – würden abgebaut.

Die richtige Mahlzeit zur richtigen Zeit
Als Orientierungshilfe für die Anpassung der Nahrungsaufnahme auf den Biorhythmus erläuterte Froböse, dass spätestens zwei Stunden nach dem Aufstehen ein Frühstück mit viel Energie angeraten sei. Ein hoher Anteil an Kohlenhydraten und etwas Fett werden hier empfohlen, damit der Körper mit ausreichend Energie in den Tag starten kann. Beispielsweise biete sich Vollkornbrot mit Käse zum Frühstück an. Zum Mittagsessen sind laut Aussage des Experten eher Gemüse und Obst zu empfehlen, während am Abend eiweißhaltige Kost wie Omelett oder Fisch angeraten seien. Die Eiweißzufuhr beim Abendbrot ist Prof. Froböse zufolge besonders wichtig, da hiervon die nachts laufenden Reparaturprozesse im Organismus profitieren, welche durch die enthaltenen Aminosäuren im Eiweiß unterstützt werden. (fp)

Bild: Janine Dammertz-Bachiri / pixelio.de