Essen vorm Fernseher – Schlank durch kleine Bissen

Fabian Peters

Bei kleinen Bissen kein Übergewicht durch Essen vor dem Fernseher

24.01.2013

Kleine Bissen beziehungsweise Schlücke sind mit einem schnelleren Sättigungsgefühl verbunden und können demnach der Vorbeugung von Gewichtsproblemen dienen. Niederländische Wissenschaftler um Dieuwerke Bolhuis von der Universität Wageningen haben untersucht, inwieweit sich die aufgenommene Nahrungsmenge bei kleinen und großen Bissen unterscheidet. Auch gingen sie der Frage nach, welchen Effekt Ablenkung beim Essen – wie beispielsweise durch den Fernseher – auf die Nahrungsaufnahme hat.

Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass große Bissen und Schlücke beim Essen die Nahrungsaufnahme insgesamt erhöhen, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „PLoS One“. Auch sei eine erhöhte Nahrungsaufnahme zu beobachten, wenn Menschen beim Essen zum Beispiel durch den Fernseher abgelenkt werden. Wer Abends auf dem Sofa beim Gucken der Lieblingsserie die Chips-Tüte oder Schokoladentafel anbricht, hat diese schnell geleert, ohne überhaupt zu registrieren, welche Kalorienmengen dem Körper gerade zugeführt wurden. Die Aufnahme lediglich kleiner Bissen könnte hier laut Aussage der niederländischen Forscher den drohenden Gewichtsproblemen entgegenwirken.

Auswirkungen der Schluckgröße auf die Verzehrmenge
Um die Auswirkungen der Biss- beziehungsweise Schluckgröße auf die Nahrungsaufnahme zu untersuchen, haben die Forscher der Universität Wageningen 53 gesunden Probanden eine Tomatensuppe angeboten, die sie entweder in kleinen Schlücken ( fünf Gramm pro Schluck; 60 Gramm pro Minute), großen Schlücken (15 Gram pro Schluck; 60 Gramm pro Minute) oder in selbst bestimmter Schluckgröße (beliebige Verzehrmenge pro Minute) konsumierten. Der Test erfolgte sowohl im fokussierten Zustand als auch bei Ablenkung durch einen Fernseher, berichten Bolhuis und Kollegen. Die Ablenkung durch einen Film führte laut Aussage der Forscher insgesamt zu einem Anstieg der Nahrungsaufnahme, doch waren deutliche Unterschiede zwischen den Verzehrmengen bei den verschiedenen Schluckgrößen festzustellen.

Kleine Happen halten schlank
Auch im abgelenkten Zustand war die Verzehrmenge bis zum Einsetzen des Sättigungsgefühls bei den kleinen Schlücken rund 30 Prozent niedriger als in den bei den großen Schlücken und der selbstbestimmten Schluckgröße, berichten die niederländischen Forscher. Die Probanden seien bei kleiner Schluckgrößen wesentlich schneller gesättigt gewesen und stoppten den Verzehr. Um eine übermäßige Gewichtszunahme durch das Essen beziehungsweise Knabbern vor dem Fernseher zu vermeiden, sollte demnach möglichst darauf geachtet werden, in kleinen Happen zu essen. Eine „Reduzierung der Schluck- beziehungsweise Bissgröße kann auch im abgelenkten Zustand erfolgreich die Nahrungsaufnahme senken“, so das Fazit der Wissenschaftler. Auch die Lebensmittelindustrie könnte hier nach Einschätzung der Forscher einen Beitrag leisten und die Größe vorgefertigter Häppchen und Snacks reduzieren, um dem Übergewicht entgegenzuwirken. Zudem sollten sich Personen, die ohnehin mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben, stets der Tatsache bewusst sein, dass sowohl große Bissen als auch Ablenkung tendenziell zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme führen. (fp)

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